Panorama

Beweismaterial im Armbrust-Fall Polizei durchsucht Wohnung von Torsten W.

d7f58bea0018900773d467e905828c13.jpg

In Hachenburg betrieb W. einen Mittelalterladen.

(Foto: dpa)

Torsten W. gilt als die Schlüsselperson im Fall der mysteriösen Armbrust-Toten. Ermittler nehmen sich nun die Wohnung des 53-Jährigen vor. Denn noch immer sind viele Fragen offen.

Im Fall der spektakulären Armbrust-Morde hat die Polizei die Wohnung des in Passau getöteten 53-Jährigen durchsucht. In Borod in Rheinland-Pfalz hatte W. zuletzt zusammen mit der ebenfalls getöteten Kerstin E. gelebt. Der Staatsanwaltschaft Hildesheim zufolge wurde die Durchsuchung angeordnet, um weitere Belege für eine Verbindung von Torsten W. zu den zwei in Niedersachsen tot aufgefundenen Frauen zu finden. Es seien zahlreiche Beweismittel sichergestellt worden, hieß es.

Am Mittwoch hatte ein Sprecher der Passauer Staatsanwaltschaft mitgeteilt, man könne erst in zwei bis drei Wochen mit einem Abschlussbericht rechnen. Völlig unklar ist bislang das Motiv für das gesamte Geschehen. Auch warum sich der Mann und seine beiden Begleiterinnen ausgerechnet Passau und speziell diese Pension aussuchten, ist weiterhin unklar. "Das liegt völlig im Dunklen", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Zuvor hielt sich das Trio jedenfalls in Österreich auf, wo es mindestens eine der drei gefundenen Armbrüste kaufte. Das belege eine sichergestellte Quittung.

Auch im niedersächsischen Wittingen geht die Arbeit der Ermittler weiter. Die Todesursache der beiden am Montag dort tot gefundenen Frauen ist noch immer unbekannt. Ein vorläufiges erstes Obduktionsergebnis war lediglich zu dem Schluss gekommen, dass es keinerlei Anzeichen für äußere Gewalt bei Gertrud C. und Carina U. gibt. Nach derzeitigem Ermittlungsstand sei keine bisher unbekannte dritte Person in das Geschehen involviert.

Ein manipulativer Guru

RTL-Recherchen ergaben inzwischen, dass die Gruppe sogar aus mehr Mitgliedern als den bisher bekannten fünf Personen bestanden haben könnte. Demnach soll Torsten W. einen Lehrer beauftragt haben, ihn mit der damals noch minderjährigen Carina U. bekannt zu machen. Deren Eltern berichteten im Interview, wie ihre Tochter den 53-Jährigen im Kampfsportclub kennenlernte und wenig später den Kontakt zur Familie abbrach. Zuletzt lebte sie in Wittingen und war an der gleichen Adresse gemeldet wie Farina und Gertrud C. Der genannte Lehrer kann zu diesen Vorgängen nicht mehr befragt werden, dem "Focus" zufolge soll er sich ebenfalls selbst getötet haben.

Die "Bild"-Zeitung berichtet, zwischen den toten Frauen und W. soll ein Abhängigkeitsverhältnis bestanden haben, in dem es auch um sadomasochistische Praktiken gegangen sei. Privatdetektiv Rolf Will, der W. seit 2017 im Auftrag der Eltern von Carina U. observierte, sagte RTL: "Torsten W. war so eine Art Guru, der alles weiß, dem alle zuhören, der die Leute gut manipulieren kann." Die Frauen mussten sich demnach die Haare scheren und mit "Zahnbürsten Fugen sauber machen". Die ganze Doku finden Sie bei TV Now.

Der Fall hatte seinen Anfang genommen, als Mitarbeiter einer Pension in Passau den 53-Jährigen sowie die 33 und 30 Jahre alten Frauen tot auffanden. Die Ermittler gehen in diesem Fall von Tötung auf Verlangen beziehungsweise Suizid aus. Demnach deutet alles darauf hin, dass Farina C. die beiden anderen sowie sich selbst mit Armbrustpfeilen erschoss. Am Montag wurden dann in der Wohnung der 30-Jährigen im niedersächsischen Wittingen die Leichen von deren 35-jähriger Lebenspartnerin Gertrud C. und von einer 19-Jährigen entdeckt.

Quelle: n-tv.de, sba/dpa

Mehr zum Thema