Vergraben im WaldPolizei entdeckt Männerleiche bei Potsdam

Am 23. April entführen Unbekannte im Norden Berlins einen Geschäftsmann. Gut einen Monat später spürt die Polizei in einem Waldstück bei Potsdam eine Männerleiche auf. Besteht ein Zusammenhang?
Ermittler haben in einem Wald bei Potsdam eine Männerleiche gefunden. Nach ersten Ermittlungen gehen sie von einem Gewaltverbrechen aus, wie ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft mitteilt. Nach Informationen aus Ermittlerkreisen war der Leichnam im Wald vergraben. Geprüft wird, ob es sich bei dem Toten um einen Geschäftsmann handelt, der in Berlin entführt worden war.
Der Mann war am 23. April im nördlichen Berliner Bezirk Reinickendorf verschwunden. Laut Polizei wurde er im Ortsteil Waidmannslust von unbekannten Männern in den Laderaum eines weißen Transporters gezerrt und verschleppt. Die 3. Mordkommission des Landeskriminalamts (LKA) hatte ein Foto des Mannes veröffentlicht und gefragt, wer Angaben zu seinem Verbleib machen könne.
Der Leichnam wurde am Freitag in der Nähe von Potsdam entdeckt. Die Identifizierung des Toten sei noch nicht abgeschlossen, sagte Sprecher Michael Petzold von der Berliner Staatsanwaltschaft. Weitere Informationen sollen im Laufe der Woche mitgeteilt werden.
Ermordet und vergraben
Laut "Bild"-Zeitung handelt es sich bei dem Toten um den bosnischen Bauunternehmer Ismet K. Die Zeitung berichtet unter Berufung auf das Obduktionsergebnis, dass der 51-Jährige unmittelbar nach seiner Entführung durch massive Gewalt gegen Kopf und Hals getötet worden sei. Die Leiche liege bereits seit Wochen in dem Waldstück.
Demzufolge hatte K. am 23. April beruflich in Waidmannslust zu tun. Der Zeugenaufruf der Polizei habe die Polizei nicht weitergebracht. Stattdessen brachte laut Bericht die Technik den entscheidenden Hinweis: Bei der Auswertung des Mobiltelefons hätten Mitarbeiter des LKA Funksignale in einem Waldareal an der Potsdamer Chaussee erfasst. Diese verbindet Berlin mit der brandenburgischen Landeshauptstadt.
Am Freitag sollen Kriminaltechniker und Beamte der Mordkommission zusammen mit einem Leichenspürhund zu den ermittelten Koordinaten ausgerückt sein. Dieser schlug an. Beim Abtragen der Erde wurde in knapp einem Meter Tiefe die Leiche entdeckt. In der Kleidung des Toten fanden die Ermittler laut "Bild"-Zeitung die Ausweispapiere des vermissten K., das Mobiltelefon sowie mehrere Hundert Euro in bar. Die Hintergründe der Tat sind unklar.