Panorama

Mann greift mit Messer an Polizei erschießt Mieter bei Zwangsräumung

Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeiwagens.

Aus Neutralitätsgründen hat die Polizei Bonn die Ermittlungen übernommen.

(Foto: David Inderlied/dpa/Symbolbild)

Ein den Behörden bereits als gefährlich bekannter Mann weigert sich, seine Wohnung in Köln zu räumen, die Gerichtsvollzieherin ruft die Polizei zu Hilfe. Dann gerät die Lage außer Kontrolle: Der Mann zückt ein Messer, die Polizei schießt. Der 48-jährige Mieter überlebt den Vorfall nicht.

Bei der Zwangsräumung einer Wohnung in Köln hat die Polizei einen Mann erschossen. Bei dem Toten handelte es sich um den 48 Jahre alten Mieter der Räumlichkeiten, wie Polizei und Staatsanwaltschaft nach dem Einsatz am Mittwochmorgen im Stadtteil Ostheim mitteilten. Zuvor habe er nach bisherigem Ermittlungsstand Polizisten mit einem Messer angegriffen. Nach einem "erfolglosen Einsatz" von Pfefferspray und der Androhung des Schusswaffengebrauchs sei schließlich geschossen worden. Der Mann sei davon tödlich verletzt worden.

Der 48-Jährige war von den Behörden offenbar schon zuvor als gefährlich eingeschätzt worden. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft hatte er schon zuvor Drohungen ausgesprochen, sollte es zu einer Räumung kommen. Die mit der Räumung beauftragte Gerichtsvollzieherin habe daraufhin bei der Polizei um Unterstützung gebeten. Wie viele Polizistinnen und Polizisten an dem Einsatz schließlich beteiligt waren, ist bislang noch unklar. "Es wird auch geprüft, ob ein oder mehrere Beamte auf den Geschädigten geschossen haben", erklärte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer.

Die Staatsanwaltschaft habe ein Todesermittlungsverfahren zur Klärung der Todesumstände aufgenommen. Auch eine Obduktion des Leichnams sei angeordnet worden. Die Bedrohung habe sich nach Lage der Dinge gegen die Polizeibeamten gerichtet, nicht gegen die Gerichtsvollzieherin.

Bereits im Juni aktenkundig geworden

Der Mann war nach Angaben der Staatsanwaltschaft polizei- und gerichtsbekannt. Zuletzt sei er im Juni beim Amtsgericht Köln angeklagt worden. "Der Anklage lag der Vorwurf zugrunde, Widerstand gegen Polizeibeamte geleistet zu haben, nachdem der Beschuldigte seinen Suizid angekündigt und sich gegen die ihm zu Hilfe eilenden Polizeibeamten mit Tritten zur Wehr gesetzt hatte", berichtete Oberstaatsanwalt Bremer.

In der Straße der Wohnung, die in einem östlichen Kölner Stadtteil mit mehreren Hochhausbauten liegt, waren am Mittag Polizeiautos und ein Leichenwagen zu sehen. Die Ermittlungen zu dem Fall übernahm aus Neutralitätsgründen nicht die Kölner, sondern die Bonner Polizei.

Quelle: ntv.de, jog/dpa

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