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Spur führte nach Tschechien Polizei gelingt Schlag gegen Autobande

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Die Diebe gingen gezielt und hoch professionell vor.

(Foto: Polizei)

Innnerhalb eines Jahres werden in Oberfranken immer wieder teure Autos gestohlen und verschwinden scheinbar spurlos. Die Polizei vermutet, dass eine professionelle Bande am Werk ist und bündelt ihre Ermittlungen - mit Erfolg.

Der bayerischen Polizei ist ein Schlag gegen eine international organisierte Bande von Autodieben gelungen, die allein zwischen Juni 2015 und Juli 2016 für mehr als 100 Straftaten verantwortlich sein soll. Die Verdächtigen sollen dabei einen Schaden von mehr als 1,2 Millionen Euro verursacht haben, teilte die Polizei in Bayreuth mit.

Sieben Bandenmitglieder wurden inzwischen nach Deutschland ausgeliefert und sitzen in Untersuchungshaft. Die mutmaßlichen Täter sollen vor allem aus Moldawien und Rumänien stammen, Kopf der Bande sei ein 39-jähriger Tscheche. Die Ermittlungen dauerten mehr als zwei Jahre. Inzwischen wurde bereits für mindestens 77 Diebstähle Anklage erhoben.

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Bei den Ermittlungen arbeiteten die Deutschen eng mit ihren tschechischen Kollegen zusammen.

(Foto: Polizei)

Die Bandenmitglieder hatten es demnach besonders auf VW-T5-Busse, Mercedes Sprinter und Skoda abgesehen. Bei ihren Taten konzentrierten sie sich auf den Raum Coburg, Bayreuth und Hof. Kriminaldirektor Alfred Kauper zufolge ging die Bande zielgerichtet und nach einem festen Muster vor. Von einem Hintermann bekamen die Bandenmitglieder konkrete Aufträge für ganz bestimmte Autos. Auf Autoverkaufplattformen im Internet, in Autohäusern oder Wohngebieten suchten diese dann gezielt nach diesen Autos.

Umfangreiches Beweismaterial

Anschließend wurden die Autos gestohlen und über die Grenze nach Tschechien geschafft. Alle Beteiligten seien stets äußerst konspirativ und professionell vorgegangen. Beispielsweise hatten sie in ihren Fahrzeugen auf der Hin- und Rückfahrt ausgesprochen geschickt Aufbruchsutensilien verbaut und in kleinen mitgeführten Alltagsgegenständen Notizen mit Autodaten und Adressen versteckt.

Von Tschechien aus, wo die Bande einen regelrechten "Zerlegebetrieb" unterhielt, wurden die Autos dann entweder im Ganzen oder in Einzelteilen weiterverkauft. Dafür veränderten die Täter der Polizei zufolge sämtliche Identifizierungsmerkmale oder tauschten sie fachmännisch aus. Außerdem wurden Teile von legal erworbenen Schrottfahrzeugen mit anderen Fahrzeugteilen kombiniert.

Bei der Durchsuchung von insgesamt neun Objekten, vor allem in Pilsen und Prag, fanden die Polizisten Diebesgut. Insgesamt 17 Fahrzeuge verschiedener Marken, 56 Fahrzeugteile, mehr als 35 Fahrzeugsitze, rund 100 Autoschlüssel, über 80 Fahrzeugbriefe und -scheine sowie mehr als 30 Computer, Laptops, Festplatten, USB-Sticks, Navigationsgeräte und über 15 Mobiltelefone wurden sichergestellt.

Quelle: n-tv.de, sba

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