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Wasserwerfer zur Beruhigung430 Festnahmen und massive Angriffe - Berliner Polizei meldet "ruhigeres" Silvester

01.01.2026, 17:42 Uhr
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Erst ein Wasserwerfer beruhigte die Lage in Berlin-Moabit. (Foto: picture alliance/dpa)

Für Berliner Verhältnisse sei die Silvesternacht ruhiger gewesen als sonst, teilt die Polizei mit. Das liegt auch am Großeinsatz der Beamten. In einer Bilanz der schwierigsten Nacht des Jahres legen sie Zahlen vor.

Die Berliner Polizei ist in der Silvesternacht zu 2340 Einsätzen alarmiert worden. Das waren knapp 200 Einsätze pro Stunde zwischen 18 Uhr und 6 Uhr morgens, wie die Polizei in ihrer Bilanz mitteilt.

Insgesamt wurden etwa 800 Ermittlungen wegen verschiedener Delikte eingeleitet. Meistens ging es um Verstöße gegen das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz. Dazu kamen Angriffe auf Polizisten, Widerstand, Brandstiftungen, Körperverletzungen und Landfriedensbruch.

Die Polizei nahm 430 Menschen fest. 14 Verdächtige wurden zur Verhinderung weiterer Taten inhaftiert und 7 zum Erlass eines Haftbefehls einem Richter vorgeführt. Vor allem durch die zahlreichen Angriffe mit Feuerwerkskörpern zählte die Polizei 35 verletzte Beamte, 2 davon so schwer, dass sie stationär in Krankenhäusern aufgenommen werden mussten.

So seien Polizisten bei der linken Demonstration "Silvester im Knast" in Moabit "massiv mit Pyrotechnik angegriffen" worden. Kurz nach Mitternacht hätten in Kreuzberg rund 150 Menschen gezielt Flaschen und Pyrotechnik auf Polizisten geworfen. Gegen 0.20 Uhr flogen demnach Steine und Raketen aus einer Menschenmenge in Mitte auf ein Polizeiauto.

Wasserwerfer gegen Hunderte Randalierer

In Moabit randalierten 500 Personen auf einer Straße. "Die Angriffe mit Pyrotechnik waren dabei so massiv, dass die Einsatzkräfte der Berliner Feuerwehr zur Brandlöschung nicht eingesetzt werden konnten." Erst ein Wasserwerfer und gezielte Festnahmen hätten die Lage beruhigt.

In Spandau sei eine gezündete Pyrotechnikbatterie umgekippt. Ein abgefeuerter Feuerwerkskörper habe ein Pyrotechnikdepot in der Nähe entzündet. Dadurch explodierte eine Kugelbombe, die die Schaufensterfront eines Geschäfts zerstörte.

Allein im Unfallkrankenhaus Berlin wurden nach Angaben einer Sprecherin mehr als 30 Menschen behandelt, darunter acht Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren. Einigen mussten Finger oder Handteile amputiert werden.

In Berlin waren in der Silvesternacht 4300 Polizisten im Einsatz. Es gab Dutzende Böller-Verletzte und Hunderte vorläufige Festnahmen - und doch verlief die Berliner Neujahrsnacht nach Einschätzung der Polizei ruhiger als in den vergangenen Jahren.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/AFP

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