Panorama

Feuerwerk auf einer KreuzungBreakdance-Weltmeister schießt in Berlin wild mit Raketen um sich

01.01.2026, 15:20 Uhr
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Breakdance-Weltmeister Adnan Dushaku zeigt sein ganzes Können. Ohne Rücksicht auf Verluste? (Foto: threads.com, @lilamok)

Adnan Dushaku kann Dinge, die nur wenige andere können. In der Silvesternacht setzt der Breakdance-Weltmeister seine Athletik und Körperbeherrschung für eine Feuerwerksshow ein. Doch der Auftritt vor dem Roten Rathaus in Berlin sorgt bei vielen Menschen für Kopfschütteln.

Der albanische Breakdance-Weltmeister Adnan Dushaku hat mit seinem Silvesterauftritt für die wahrscheinlich umstrittenste Silvestershow des Jahreswechsels gesorgt. Auf seinem Instagram- und Threads-Account hat der Tänzer, der in den sozialen Netzen unter seinem Künstlernamen Lil Amok unterwegs ist, ein Video gepostet, das ihn offenbar gegen Mitternacht vor dem Roten Rathaus in Berlin-Mitte zeigt. Das Rote Rathaus ist der Regierungssitz des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Kai Wegner.

In dem Clip sind Dushaku und ein weiterer Breakdancer zu sehen. Beide haben sich mit Klebeband mehrere Fontänen um ihre Unterschenkel geklebt. Während sie am Straßenrand hocken, zünden andere Personen die Zündschnur der Fontänen an. Mit der entzündeten Zündschnur rennen beide Tänzer auf die Kreuzung Spandauer Straße Ecke Rathausstraße und beginnen mit ihrer Show: Auf dem Kopf drehend, schießen sie mit den Fontänen wild um sich. Die ersten Leuchtkugeln fliegen in die Luft. Einige fliegen in Richtung mehrerer Autos, die wenige Meter von den Tänzern entfernt die Kreuzung passieren. Ein Taxi, das im Hintergrund mutmaßlich an einer roten Ampel wartet, wird augenscheinlich mehrfach von den Leuchtkugeln getroffen. Am Ende des Videos trifft mindestens eine Leuchtkugel von Dushaku den anderen Tänzer.

In den Kommentaren sorgt der Auftritt für gemischte Reaktionen. Allein auf Instagram drücken knapp 250.000 Personen mit einem Herz ihre Bewunderung aus. In den Kommentaren wird die "krasse Athletik" von Dushaku gelobt. Andere wünschen dem aus Celle stammenden Trainer der deutschen Olympia-Mannschaft ein frohes neues Jahr.

Andere Zuschauer sind dagegen nicht von dem Auftritt begeistert. "Das dümmste Video des Tages, und wir haben grade mal Vormittag", schreibt ein Nutzer auf Instagram. Ein anderer kommentiert: "Einfach degeneratives Verhalten." Wieder ein anderer schreibt: "Bin ich der einzige, der es nicht witzig findet?" Mehrfach werden zudem Bilder von Polizeiautos, Blaulicht oder Streifenwagen hinterlassen. Die Andeutung: Mit seiner Showeinlage könnten sich Dushaku und seine Bekannten strafbar gemacht haben.

"Nacht der Repressionen"

Das wird in den Kommentaren auf Threads deutlich, wo die Kritik an dem Auftritt deutlich größer ist. So wird dort die Berliner Polizei direkt angesprochen und gefragt, ob sie in dem Video auch zwei Straftaten erkennen kann. Ein anderer Nutzer scheint bereits einen Schritt weiter: Er hinterlässt den Screenshot einer Strafanzeige bei der Internetwache, hat den Auftritt also mutmaßlich bereits bei der Berliner Polizei zur Anzeige gebracht.

Dass der Auftritt ohne Konsequenzen bleiben wird, ist schwer vorstellbar. Berlins Regierender Bürgermeister Wegner hatte rücksichtslosen Feierenden nur wenige Stunden vor dem Jahreswechsel eine "Nacht der Repressionen" angedroht: "Jeder kann lustig sein, jeder kann tanzen, jeder kann Spaß haben", sagte Wegner bei einem gemeinsamen Termin mit der Berliner Innensenatorin und der Berliner Polizeipräsidentin. "Aber der Spaß endet, wenn Menschen angegriffen werden. Da wird der Rechtsstaat sehr konsequent zeigen, was er kann."

Dushaku selbst hat bisher nicht weiter auf die Kritik an seinem wilden Silvesterauftritt vor dem Roten Rathaus in Berlin reagiert. Sein einziger Kommentar zu dem Video lautet: Happy New Year.

Quelle: ntv.de, chr

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