Panorama

Proteste in Minnesota Polizei nimmt CNN-Reporter live im TV fest

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Die Proteste gegen die immer wieder vorkommende Polizeigewalt haben Minneapolis fest im Griff.

(Foto: REUTERS)

Seit Tagen protestieren und randalieren Menschen im US-Bundesstaat Minnesota gegen Polizeigewalt - der Tod eines Afro-Amerikaners bringt sie auf die Barrikaden. Dann wird sogar live im Fernsehen ein CNN-Reporter festgenommen, der ebenfalls schwarz ist.

Im US-Bundesstaat Minnesota haben Sicherheitskräfte einen Reporter des Senders CNN vorübergehend festgenommen, der gerade live von den Unruhen nach dem Tod eines Schwarzen durch Polizeigewalt berichtete. Der - ebenfalls schwarze - Journalist Omar Jimenez war am Morgen in der Stadt Minneapolis live auf Sendung, als mehrere weiße Polizisten ihn umringten. Er wies die Beamten darauf hin, dass er und sein Team von der Presse seien und er bot den Polizisten an, ihnen aus dem Weg zu gehen, falls er dort störe, wo er sei.

Die Polizisten sagten ihm allerdings lediglich, er sei festgenommen. Dann wurden ihm Handschellen angelegt. Auf die Frage, was ihm vorgeworfen werde, erhielt er keine Antwort. Mittlerweile sei Jimenez wieder freigelassen worden, meldet CNN auf seiner Website. Demnach waren auch ein weiterer Journalist und ein Fotograf in Gewahrsam genommen worden. Nach Darstellung des Senders hatte Jimenez gerade eine Festnahme gefilmt, als die Polizisten auf ihn zukamen.

Die Freilassung der Reporter geschah offenbar auf direkte Veranlassung des Gouverneurs von Minneosta, Tim Walz. Wie es bei CNN heißt, hatte CNN-Präsident Jeff Zucker das Gespräch mit dem Demokraten-Politiker gesucht. Walz habe sich entschuldigt und nannte die Festnahme "inakzeptabel". Das CNN-Team habe "klar das Recht gehabt, dort zu sein". Er wolle, dass die Medien über die Proteste in dem Bundesstaat berichten.

Trump droht mit Nationalgarde

Zuvor war es die dritte Nacht in Folge in Minnesota zu Ausschreitungen gekommen, bei denen auch Feuer gelegt und Geschäfte geplündert wurden. Auslöser war der Tod des Schwarzen George Floyd am Montagabend. Auf einem Video war festgehalten worden, wie ein weißer Polizist für geraume Zeit auf dem Nacken des unbewaffneten 46-Jährigen kniet, während Floyd sagt, er könne nicht mehr atmen. Er starb kurz darauf in einem Krankenhaus.

US-Präsident Donald Trump hat über Twitter angekündigt, die Nationalgarde nach Minneapolis zu schicken, um "den Job richtig erledigen" zu lassen, falls es dem Bürgermeister Jacob Frey nicht gelinge, die Stadt wieder unter Kontrolle zu bringen. Einen der Tweets von Trump zu den Unruhen versah Twitter mit einem Warnhinweis. Er verherrliche Gewalt und verstoße damit gegen die Vorgaben von Twitter.

Quelle: ntv.de, vpe/rts