Weitere Person auf der FluchtPolizei nimmt Mann nach Schüssen auf Sylt fest

In einer belebten Einkaufsstraße auf der Insel Sylt fallen Schüsse. Die Polizei nimmt einen Mann fest, ein weiterer ist auf der Flucht. Verletzte soll es bei dem Vorfall nicht geben. Die Hintergründe sind unklar.
Am helllichten Tag sind in einer Einkaufsstraße mitten in Westerland auf der Insel Sylt mindestens drei Schüsse auf einen Barber-Shop abgegeben worden. Verletzt wurde bei dem Vorfall ersten Erkenntnissen zufolge niemand, wie ein Polizeisprecher sagte. Ein 23-jähriger Mann, der eine scharfe Schusswaffe bei sich trug, wurde festgenommen. Eine weitere Person sei flüchtig. Der Bereich rund um den Tatort wurde von der Polizei abgesperrt.
Nach den Schüssen ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung, der Sachbeschädigung sowie wegen Verstößen gegen das Waffengesetz. Die Schüsse fielen demnach mit einer scharfen Schusswaffe auf den Eingangsbereich. Die Polizei kontrolliert in dem Zusammenhang auch Bahnhöfe und abfahrende Züge, wie die Behörde auf X mitteilte.
Der Einsatz und die Fahndungsmaßnahmen dauerten am Nachmittag an. Zwei Beamte standen vor dem Eingang des Ladens. Auch mehrere Einsatzfahrzeuge der Polizei waren vor Ort. Der Bereich rund um den Laden war mit Absperrband versehen. Zahlreiche Passanten blieben immer wieder in der belebten Einkaufsstraße stehen und fotografierten die Szenerie.
Eine Urlauberin aus Nordrhein-Westfalen äußerte sich beunruhigt. "Das fühlt sich nicht gut an", sagte die Frau. "Gut, das kann Dir ja heute überall passieren." Irgendwie sei man aber doch geschockt. Eine Sylterin berichtete, sie habe im Büro Schüsse gehört. "Aber wir hätten nicht gedacht, dass es das wäre." Es sei zwar schon merkwürdig. "Aber ich fühle mich grundsätzlich sehr sicher auf Sylt."
Mitarbeiter wurden vernommen
In der Scheibe eines Barber-Shops klaffte ein Loch. Die Scheibe war gesprungen. Die Hintergründe des Vorfalls sind weiterhin unklar. Mitarbeiter des Salons wurden Augenzeugen zufolge von der Kriminalpolizei einzeln im Salon vernommen.
Yazan Alayoubi hielt sich zum Zeitpunkt der Schüsse in dem Geschäft auf. Der Schütze habe auch auf ihn gezielt, sagte der 20-jährige Bruder des Inhabers. Er habe am Kassensystem gearbeitet. Es seien drei Schüsse gefallen, einer davon auf ihn. Er sei hinter dem Tresen in Deckung gegangen und in einen anderen Raum geflüchtet. Niemand sei verletzt worden. Alayoubi sprach direkt nach der Tat davon, dass es "schockierend" gewesen sei. Den Schützen kenne er nicht, der Mann sei nicht maskiert gewesen. Über die Gründe für den Angriff wisse er nichts.
Daniel Schwagenscheidt, der den Inhaber des Ladens kennt, sagte vor dem Geschäft: "Das ist richtig atypisch für Sylt, besonders um diese Uhrzeit. So etwas kenne ich sonst nur aus Frankfurt und habe ich auf Sylt noch nicht erlebt."
Ein weiterer Polizeieinsatz in Westerland blieb ohne Ergebnis. Es habe einen Hinweis gegeben, dass sich in einem Haus eine Person mit einer Schussverletzung aufhalte, sagte ein Polizeisprecher. Es seien aber nur zwei Personen angetroffen worden, die unverletzt und unverdächtig sind.
Auf dem Bahnhof von Westerland kontrollierten Beamten einen 15-Jährigen und nahmen ihn zur Überprüfung auf der Wache. Dabei ergaben sich Hinweise, dass er an den Vorfällen beteiligt sein könnte. Er wurde nach Angaben des Polizeisprechers vorläufig festgenommen.