Symbol für soziale UngleichheitPolizei räumt Obdachlosenlager in Washington

Wie auch andere US-Metropolen hat Washington mit einer steigenden Zahl an Obdachlosen zu kämpfen. Ein Zeltlager nahe des Weißen Hauses ist nun vorzeitig abgerissen worden. Die Camp-Bewohner sollen stattdessen in Obdachlosenunterkünfte ziehen.
Polizisten und Mitarbeiter des Gesundheitsamts haben ein seit Jahren bestehendes Obdachlosen-Camp unweit des Weißen Hauses in Washington geräumt. Die Beamten bauten am McPherson Square im Herzen der US-Hauptstadt Zelte ab und warfen die Habseligkeiten von Obdachlosen in Müllwagen. Das Zeltlager in zwei Straßenkreuzungen Entfernung vom Weißen Haus war in den vergangenen Jahren auf dutzende Zelte angewachsen und zu einem Symbol für die wachsende soziale Ungleichheit in den USA geworden.
Die Polizei sei am frühen Morgen aufgetaucht und habe mit der Räumung begonnen, sagte der Camp-Bewohner Daniel Kingery. Der 61-Jährige mit langem weißen Bart war nach eigenen Worten der erste, der vor rund drei Jahren sein Zelt am McPherson Square aufbaute. Er erlebte mit, wie das Lager im Laufe der Zeit immer mehr wuchs, während andere Obdachlosen-Camps in der US-Hauptstadt geräumt wurden.
Die Behörden hatten bereits im November angekündigt, das Camp bis spätestens April zu räumen. Die Räumung sei nun "aus Sorge um die Sicherheit und Gesundheit" vorgezogen worden, erklärte der National Park Service, der für viele Grünflächen in Washington verantwortlich ist. Die Camp-Bewohner wurden aufgefordert, stattdessen in Obdachlosen-Unterkünfte zu gehen.
Wie viele andere US-Metropolen hat Washington große Probleme, geeignete Unterkünfte für die wachsende Zahl von Obdachlosen bereitzustellen. Schätzungen zufolge lebten 2021 rund 5000 Obdachlose auf den Straßen der US-Hauptstadt.