Panorama

Feuer in Berliner HochhausPolizei steckt Serien-Brandstifter in U-Haft

20.02.2018, 18:38 Uhr
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Ein Brandstifter legte Feuer in einem Berliner Plattenbau - gleich mehrfach. (Foto: dpa)

Achtmal muss die Feuerwehr seit Anfang des Jahres wegen Bränden in einem Berliner Hochhaus ausrücken. Am Montag schnappten die Handschellen - der 26-jährige Verdächtige wohnt selbst in dem Haus.

Wegen einer Serie von Brandstiftungen in einem Berliner Hochhaus ist gegen den 26 Jahre alten mutmaßlichen Täter Haftbefehl erlassen worden. Dabei geht es um den Vorwurf der versuchten schweren Brandstiftung in sechs Fällen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Der Deutsche kommt in Untersuchungshaft.

Die Vorwürfe beziehen sich auf einen Zeitraum zwischen Januar und Februar 2018. Der junge Mann war am Montag von der Kriminalpolizei festgenommen worden. Er wohnt selbst in dem 18-stöckigen Plattenbau. Dort gab es innerhalb von fünf Tagen vier Brandstiftungen, zuletzt am Sonntagabend. In den Fluren wurden Möbelstücke, Müll und ein Kinderwagen angezündet.

Nach Medienberichten soll der 26-jährige Mann mehrfach selbst die Feuerwehr gerufen haben, außerdem half er demzufolge beim Löschen und gab Interviews. Bei mindestens einer Brandstiftung wurde laut Polizei auch ein sogenannter Brandbeschleuniger, meist Benzin, eingesetzt. Die Polizei untersuchte nach einem Medienbericht bereits am Sonntagabend die Hände des Mannes auf Spuren von Benzin.

"Das Haus wird brennen"

Drei der Brände wurden der "BZ" zufolge von dem gleichen Mieter entdeckt. Der 28-Jährige beklagte sich, dass viele Mieter in den Fluren Sperrmüll ablegten. "Im 10. Stock stand heute Mittag ein Einkaufswagen mit einem kaputten Fernseher und Plastikkram." Nach den Bränden rieche es nach Brandbeschleuniger.

Der Mann vermutet rechtsradikale Motive hinter den Brandstiftungen, nachdem er an einer Brandstelle im 12. Stock ein "schief gekritzeltes Hakenkreuz" und den Schriftzug "Das Haus wird brennen" entdeckt hat. Er fürchtet: "Die müssen sich was einfallen lassen, sonst gibt es hier bald den ersten Toten." Ein anderer Mieter sagte der Zeitung: "Es gibt hier einen im Haus, der das alles mit Absicht macht."

Quelle: dsi/dpa

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