Panorama

Ermittlungserfolg in Italien Polizei stellt 4,3 Tonnen Kokain sicher

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Kokain auf einer Messerspitze (Archivbild).

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Golfo-Clan aus Kolumbien ist angeschlagen: Erst wird sein Chef "Otoniel" gefasst, nun konfiszieren italienische Polizisten mehrere Tonnen Kokain und fast zwei Millionen Euro Bargeld. Der Beschlagnahmung geht ein kompliziertes Ermittlungsverfahren voraus.

In Italien ist eine der bislang größten Kokainmengen beim Einsatz verdeckter Ermittler in Europa beschlagnahmt worden. Über ein Jahr lang wurden über Scheinfirmen und angebliche Zwischenhändler Transporte des Kokains vom Golfo-Clan aus Kolumbien nach Italien verfolgt, sagte Oberst Leonardo Erre von der Guardia di Finanza in Triest.

Die Polizei stellte insgesamt 4,3 Tonnen der illegalen Droge mit einem Straßenverkaufswert von etwa 240 Millionen Euro sicher. Außerdem wurden 1,85 Millionen Euro Bargeld konfisziert und Haftbefehle gegen 38 Verdächtige in Italien, Slowenien, Kroatien, Bulgarien, den Niederlanden und Kolumbien erlassen. Bereits in Kolumbien hatten die Behörden das Kokain formal beschlagnahmt, aber auf einen Zugriff verzichtet, um den Erfolg des Einsatzes nicht zu gefährden, sagte Erre.

Das Kokain wurde nach Italien geflogen, wo es von verdeckten Ermittlern an Dealer weitergegeben wurde. Diese wurden dann festgenommen. Es sei ein dichtes Netz von Verbindungen zwischen südamerikanischen Kokainproduzenten und europäischen Käufern aufgedeckt worden, sagte Erre. An den Ermittlungen beteiligte sich neben der kolumbianischen Justiz auch das US-Heimatschutzministerium. Das Netzwerk des Golfo-Clans sei in 28 Ländern aktiv gewesen.

Kolumbianische Behörden hatten im Oktober Clan-Chef Dairo Antonio Usuga, alias "Otoniel", gefasst. Er war im Oktober bei einem Großeinsatz im Dschungel an der Grenze zu Panama festgenommen worden und soll sich nun vor einem Gericht in New York verantworten. Im März wurde er dafür an die USA ausgeliefert. Der Clan del Golfo wurde zuletzt für 30 Prozent der Kokainexporte aus Kolumbien verantwortlich gemacht. Er hat rund 1600 Mitglieder und ist in rund einem Viertel der kolumbianischen Gemeinden vertreten. Nach "Otoniels" Festnahme und mehreren Schlägen gegen seinen innersten Kreis gilt das Kartell jedoch als geschwächt.

Quelle: ntv.de, lve/AFP/rts

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