Panorama

Waghalsige Fahrmanöver Polizei stoppt Hochzeitskorso vor dem Adlon

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Im vergangenen Sommer hatten türkische und arabische Hochzeitskorsos besonders in NRW viel Aufsehen erregt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Hochzeitskorso vor einem Luxushotel ruft in Berlin die Polizei auf den Plan. Wegen Eingriffs in den Straßenverkehr kassieren die Beamten mehrere Führerscheine ein. Auch einige Autos der Feiergesellschaft werden stillgelegt.

Ein Hochzeitskorso hat in Berlin-Mitte die Polizei alarmiert. Am Donnerstagabend hätten mehrere Fahrzeuge am Hotel Adlon waghalsige Fahrmanöver gemacht, teilte die Polizei mit. Dabei beschleunigten die Fahrer ihre Wagen und bremsten immer wieder, um sie ins Schleudern zu bringen, berichtet die "Berliner Zeitung".

Die Beamten kontrollierten die Fahrzeuge und beschlagnahmten einige, darunter auch Luxussportwagen. Auch mehrere Führerscheine wurden einbehalten. Gegen die Fahrer wird den Angaben zufolge wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt.

Im vergangenen Sommer hatten türkische und arabische Hochzeitskorsos Aufsehen erregt, die mit ihren Fahrzeugen Autobahnen blockierten. Im Juni verteilte die Polizei in Nordrhein-Westfalen deshalb Flugblätter mit Verhaltensregeln. Zuvor hatten Beamte in dem Bundesland in einem Monat 104 Einsätze im Zusammenhang mit Hochzeitskorsos registriert.

Laut dem Leiter des Zentrums für Türkeistudien handelt es sich bei den Hochzeitskorsos nicht um Provokationen oder Machtdemonstrationen gegen die deutsche Mehrheitsgesellschaft. Mit der Hochzeit werde die sexuelle Beziehung eines Paares als legitim anerkannt, sagte Professor Haci-Halil Uslucan im September. Dies werde traditionell lautstark nach außen kommuniziert, um bösen Gerüchten zuvorzukommen. Dies stamme aus Zeiten, in denen der Umgang mit Sexualität weit weniger liberal gewesen sei als heute. Der Adressat sei aber die eigene Community.

Nach Beobachtung einer Expertin erfreuen sich die ausladenden Hochzeitskorsos in Deutschland zunehmender Beliebtheit. "Auch andere Bevölkerungsgruppen, darunter auch Deutsche, übernehmen diese Form des Feierns zunehmend, sie kopieren es, weil es schlichtweg Aufmerksamkeit erzeugt und Spaß macht", so die Migrationsforscherin Gülistan Gürbey von der Freien Universität Berlin.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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