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Mehrere Paketbomben verschickt Polizei sucht mit Foto DHL-Erpresser

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An dieser DHL-Paketstation in Potsdam gab der Täter eine Paketbombe auf.

(Foto: picture alliance / Maurizio Gambarini/dpa)

Vor dreieinhalb Jahren verschickt ein Unbekannter mehrere Briefbomben mit DHL. In einem Erpresserschreiben fordert er eine Millionensumme in Bitcoins von dem Paketdienstleister. Lange tappen die Ermittler im Dunkeln. Nun veröffentlichen sie ein Fahndungsfoto und rufen die Öffentlichkeit zur Mithilfe auf.

Das LKA Brandenburg sucht mit einem Fahndungsfoto nach dem DHL-Erpresser, der vor dreieinhalb Jahren mehrere Briefbomben mit dem Paketdienstleister verschickte. Nachdem die Ermittler lange nach einer heißen Spur suchten, kommt nun wieder Bewegung in den Fall. Die Polizei Brandenburg hat ein Foto des Tatverdächtigen aus einer Überwachungskamera veröffentlicht und ruft die Öffentlichkeit zu Hinweisen über den Abgebildeten auf. Gegen ihn werde wegen des Verdachts auf die Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie der schweren räuberischen Erpressung gegen einen deutschen Paketdienstleister ermittelt, heißt es vom Potsdamer Polizeipräsidium und der Staatsanwaltschaft Potsdam.

Die Polizei Brandenburg hat im April dieses Fahndungsplakat veröffentlicht.

"Wer kennt die abgebildete Person?", fragt die Polizei Brandenburg laut dem Fahndungsplakat.

(Foto: Polizei Brandenburg)

"Wir hegen die Hoffnung, dass das möglicherweise der entscheidende Schritt ist, um den Fall zu lösen", sagte der Sprecher des Polizeispräsidiums Brandenburg, Torsten Herbst, dem RBB. Das Bild wurde am 22. Oktober 2020 von einem Bitcoin-Geldautomaten in einem Spätkauf in Berlin-Friedrichshain aufgenommen, heißt es in der Pressemitteilung. Der Gesuchte sei etwa 1,80 Meter bis 1,85 Meter groß und trage eine rote Mund-Nasen-Schutzmaske. Die Polizei hat 5000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters führen.

"Wir wissen bisher noch nicht, ob es sich um einen oder um mehrere Tatverdächtige handelt", sagte Herbst dem RBB. "Aber diese Person steht mit dem Ermittlungskomplex auf jeden Fall als Tatverdächtiger im Zusammenhang."

Hinweis in Berlin-Pankow erwies sich als falsch

Am Donnerstagmorgen folgten die Ermittler Hinweisen, dass der Tatverdächtige in einer Wohngemeinschaft in Berlin-Pankow lebt. Das Spezialeinsatzkommando stürmte daraufhin die Wohnung, wie die "Berliner Zeitung" berichtete. Die Beamten trafen den IT-Mitarbeiter einer Hochschule jedoch erst auf seiner Arbeitsstelle an. Am Abend stellte sich heraus, dass es sich bei dem Mann nicht um den DHL-Erpresser handelt.

Von November 2017 bis 2018 hatte der bislang unbekannte Täter mehrere Paketbomben an verschiedene Adressen in Berlin und Brandenburg geschickt. Die erste ging explosive Sendung des DHL-Erpressers ging im Postzentrum Frankfurt (Oder) ein. Sie geriet beim Öffnen in Brand, wodurch auch das Erpresserschreiben zerstört wurde.

Weitere explosive Pakete gingen bei einer Berliner Bankfiliale, einer Potsdamer Apotheke und bei der Handwerkskammer Berlin ein. In einem Paket wurde neben Sprengvorrichtungen auch ein verschlüsseltes Schreiben entdeckt, in dem von DHL eine Millionensumme in Bitcoins gefordert wurde.

Quelle: ntv.de, spl

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