Panorama

Entwarnung in Rotterdam Polizei überwältigt Mann in Thalys

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Ein Großaufgebot der Polizei war schnell zur Stelle.

(Foto: dpa)

Der Bahnhof von Rotterdam wird wegen eines Polizeiansatzes stundenlang gesperrt. Ein Mann hatte sich in der Bordtoilette eines Thalys-Zuges verschanzt. Schließlich überwältigt ihn die Polizei. Ob er bewaffnet war, ist noch unbekannt.

Schwerbewaffnete Sondereinheiten der niederländischen Polizei haben einen Mann überwältigt, der sich stundenlang im internationalen Zug Thalys am Rotterdamer Hauptbahnhof verschanzt hatte. Der Mann sei festgenommen worden, bestätigte eine Polizeisprecherin. Unklar war zunächst noch, ob der Mann bewaffnet war.

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Am Morgen hatte die Polizei den Hauptbahnhof von Rotterdam teilweise gesperrt und den Thalys evakuiert. Polizeikräfte und eine schwer bewaffnete Anti-Terroreinheit hatten den Zug dann umzingelt. Alle Passagiere hatten den Zug verlassen. Kurz vor Abfahrt des Zuges auf dem Weg von Amsterdam nach Paris, vor sieben Uhr, war der Mann nach Angaben der Polizei in den Zug gesprungen. Er hatte sich daraufhin in der Toilette eingeschlossen. Berichte von Augenzeugen, dass der Mann bewaffnet sei, konnte die Polizei vorerst nicht bestätigen. Der Betreiber des Thalys meldete: "Sicherheitskräfte haben alles unter Kontrolle. Alle Passagiere in Sicherheit."

Erinnerungen an Überfall im August

Auf den Tag genau vor vier Wochen am 21. August hatte ein schwer bewaffneter Mann ebenfalls in einem Thalys von Amsterdam nach Paris das Feuer eröffnet und zwei Fahrgäste verletzt. Damals hatten mehrere Fahrgäste dazu beigetragen, dass es nicht zu einem Massaker in dem Zug kam. Gegen den Angreifer, einen 25-jährigen Marokkaner, wurde ein Terror-Ermittlungsverfahren eingeleitet. Nach Überzeugung der Pariser Staatsanwaltschaft wollte El Khazzani in dem Schnellzug einen islamistischen Anschlag verüben.

Mit seiner schweren Bewaffnung - einem Schnellfeuergewehr aus ostdeutscher Produktion mit insgesamt 270 Schuss Munition, einer Pistole der Marke Luger und einem Teppichmesser - hätte El Khazzani eine "große Zahl Menschen töten oder schwer verletzen können", hatte Staatsanwalt François Molins gesagt. Er verwies auf das "entschlossene" Vorgehen des 25-Jährigen, der bei dem Angriff alle Waffen gezogen hatte. Der Marokkaner sei zuvor als radikaler Islamist aufgefallen, hob Molins hervor. Noch im Zug habe er sich auf seinem Handy ein YouTube-Video angeschaut, in dem zu "gewaltsamen Aktionen im Namen des Islam" aufgerufen wird.

Eine Woche nach der Attacke hatten sich die EU-Innen- und Verkehrsminister auf mehr Kontrollen in Zügen und eine Einführung von Namenstickets verständigt. Geplant sind etwa multinationale Patrouillen im grenzüberschreitenden Zugverkehr und Namensfahrscheine auf wichtigen internationalen Bahnverbindungen. Zudem sollen die Kontrollen von Passagieren und Gepäck auf größeren Bahnhöfen verstärkt sowie die Waffengesetze verschärft werden. Kontrollen wie im Flugverkehr lehnten die Minister jedoch ab.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa