Panorama

Tatverdächtiger in Gewahrsam Polizei warnt vor verunreinigtem Joghurt

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Der Joghurt soll direkt in den Supermärkten manipuliert worden sein.

(Foto: imago/Jochen Tack)

Nur eine Woche nach der Festnahme des Supermarkt-Erpressers von Friedrichshafen sorgt in Sachsen-Anhalt ein ähnlicher Fall für Aufsehen: Ein 42-Jähriger soll Joghurts in mehreren Supermärkten mit einer "gesundheitsschädlichen Substanz" verunreinigt haben.

In Supermärkten in Bitterfeld und Halle in Sachsen-Anhalt soll ein Mann Joghurts vergiftet haben. Die Polizei habe in diesem Zusammenhang einen 42 Jahre alten Tatverdächtigen vorläufig festgenommen, sagte ein Polizeisprecher am Abend. "Er wird zurzeit vernommen." Er habe sich bei der Polizei in der Nacht zu Freitag telefonisch gemeldet und auf die verunreinigten Joghurts hingewiesen. "Es gab keine Drohungen", erklärte der Sprecher. Auch gebe es keinen Hinweis auf eine Erpressung.

Kontakt zur Polizei

Für Hinweise und Fragen aus der Bevölkerung hat die Polizei eine Hotline unter der Nummer 0345/224-1569 geschaltet.

In zwei Filialen in Halle und Bitterfeld seien daraufhin Joghurts einer Marke untersucht worden. In einem Fall sei eine Substanz gefunden worden, die gesundheitsschädlich ist, erklärte der Sprecher. Um welche es sich dabei handelt, ist noch nicht bekannt. "Wir können nicht ausschließen, dass er die Unwahrheit gesagt hat oder Produkte schon verkauft wurden", erklärte der Sprecher mit Blick auf den Tatverdächtigen.

Die Ermittler riefen die Bevölkerung dazu auf, beim Einkauf auf beschädigte Verpackungen zu achten. Nach erster Einschätzung der Polizei soll der mutmaßliche Täter die Verpackung des Joghurts beschädigt haben, um die Substanz einzubringen. Sollten Verbraucher etwas feststellen, sollen sie sich sofort an das Personal in Märkten wenden, hieß es.

Wohnung des Verdächtigen durchsucht

Erst vor einer Woche war in Baden-Württemberg ein Mann wegen einer Supermarkt-Erpressung festgenommen worden. Er hat zugegeben, den Giftstoff Ethylenglykol in Babynahrung gemischt und diese in Läden in Friedrichshafen am Bodensee platziert zu haben. Der 53-jährige Tatverdächtige ist mehrfach vorbestraft. Zuletzt war er in diesem Jahr wegen versuchter Freiheitsberaubung zu einer Strafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden.

Zu dem Verdächtigen im jüngsten Fall machte die Polizei bisher keine detaillierten Angaben: Ein Sprecher bestätigte dem Sender MDR lediglich, dass der Mann nicht aus dem Bereich Halle stamme. Seine Wohnung sei aber durchsucht und Beweismittel sichergestellt worden.

Quelle: ntv.de, jug/dpa