Panorama

Razzien in mehreren Ländern Polizei zerschlägt Geldwäschering

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Fahnder beschlagnahmten bei den Razzien in drei Ländern unter anderem Konten und Immobilien von mehr als 40 Millionen Euro. (Archivbild)

(Foto: dpa)

Erfolgreicher Schlag gegen eine internationale Geldwäschebande: Im Zuge der "Operation Carta Bianca" gibt es Razzien und Festnahmen in mehreren Bundesländern sowie in Italien und der Schweiz. Die Beschuldigten sollen mit falschen Zertifikaten für angebliche Energieeinsparungen jahrelang in Italien Millionen kassiert haben.

Gegen eine mutmaßliche internationale Geldwäschebande ist die Polizei mit einer Razzia in mehreren Ländern und Bundesländern vorgegangen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Duisburg gab es Durchsuchungen in Wohnungen und Gewerbeobjekten in mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Brandenburg. Gleichzeitig ging die Polizei in Italien und der Schweiz gegen mutmaßliche Mitglieder des Geldwäscherings vor.

An der "Operation Carta Bianca" seien insbesondere die italienische Finanzpolizei Guardia di Finanza Aosta, die Staatsanwaltschaft Turin, Europol und die EU-Justizbehörde Eurojust beteiligt gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft Duisburg weiter mit. In Italien wurden den Angaben zufolge 17 Haftbefehle erlassen.

Die Bande soll sich durch Betrug mit Energieeffizienznachweisen, sogenannten weißen Zertifikaten, öffentliche Leistungen in Italien erschlichen und Geldwäsche betrieben haben. Dabei handelt es sich um ein Instrument zur Förderung der Energieeffizienz in Italien, das dort 2005 eingeführt wurde. Mithilfe von Scheinfirmen habe die Tätergruppe in Italien zwischen 2016 und 2020 mehr als 27 Millionen Euro für vermeintliche Energieeffizienzprojekte eingestrichen, heißt es in der Mitteilung der Duisburger Behörden. Mit falschen Rechnungen, zum Beispiel für angebliche Solaranlagen, wurde der Geldfluss verschleiert. Ein Teil dieser Scheinfirmen hatte den Sitz in Zossen in Brandenburg.

Die Tatverdächtigen aus Deutschland sollen rund 15 Millionen Euro des in Italien erschlichenen Gelds gewaschen haben. Nach Abzug einer Provision in Höhe von zehn Prozent hätten sie die Gelder wieder an die italienische Gruppierung meist in bar zurückgezahlt. Es kam den Angaben zufolge bei mehr als 500 Überweisungen aus Italien zu Verschleierungshandlungen.

Ermittlungen laufen seit 2019

Insgesamt beschlagnahmten die Fahnder laut Guardia di Finanza und den Duisburger Behörden unter anderem Bankkonten, Immobilien und Kryptowährungen im Wert von mehr als 40 Millionen Euro. Es bestehe der Verdacht der Bildung krimineller Vereinigungen, des schweren Betrugs zur Erlangung öffentlicher Leistungen sowie der Geldwäsche. Die Ermittler nahmen europaweit seit Mai 2019 Hunderte Konten und Firmen unter die Lupe, werteten dutzende Datenträger aus, ehe sich durch "umfassende und dezidierte Recherche" ein Gesamtbild zusammenfügte, wie die Behörden mitteilten.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Duisburg richtet sich das Verfahren gegen 22 Beschuldigte im Alter von 32 bis 77 Jahren. Zu den tatverdächtigen Deutschen zählen demnach unter anderem zwei Inhaber von Steuerberatungs- und Treuhandgesellschaften in NRW und Baden-Württemberg sowie ein ehemaliger Finanzbeamter aus dem Ruhrgebiet. Fünf Menschen seien in Deutschland, Italien und der Schweiz verhaftet worden.

Quelle: ntv.de, joh/AFP/dpa

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