Panorama

Farbaktion in Berlin Polizeirazzia nach Greenpeace-Aktion

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Umweltfreundlich, aber dennoch gefährlich: die Farbaktion am Berliner Großen Stern.

(Foto: dpa)

Mit einer gewohnt spektakulären Aktion setzt Greenpeace vor einigen Monaten in Berlin die Kohlekommission unter Druck. Doch die Farbattacke auf den Großen Stern sorgt für Verkehrsunfälle. Nun greifen die Ermittler durch.

Die Polizei hat bundesweit Durchsuchungsbeschlüsse gegen mutmaßliche Mitglieder der Umweltorganisation Greenpeace wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr vollstreckt. Anlass war eine Protestaktion, bei der die Umweltaktivisten Ende Juni gelbe Farbe auf dem Kreisverkehr Großer Stern rund um die Berliner Siegessäule verteilt hatten, wie die Berliner Polizei mitteilte. Zu der Aktion mit 3500 Liter hatte sich Greenpeace bekannt.

"Der Vorwurf ist nahezu absurd und entbehrt jeglicher Grundlage", sagte Greenpeace-Sprecher Christian Bussau, während Beamte den Hamburger Hauptsitz der Nichtregierungsorganisation durchsuchten. "Ich vermute, dass man versucht, uns einzuschüchtern." Bussau zufolge richteten sich die Durchsuchungsbeschlüsse unter anderem gegen ein Aktionsmittellager in Berlin, die Greenpeace Media GmbH in Hamburg sowie die Wohnungen vieler Aktivisten, etwa in Halle und Bamberg. Die Durchsuchung des deutschen Hauptsitzes ist nach Angaben der Organisation ein Novum in der fast 40-jährigen Geschichte von Greenpeace Deutschland. Beamte durchsuchten insgesamt 29 Büros sowie Privatwohnungen.

Die Berliner Polizei nannte in ihrer Mitteilung nicht den Namen von Greenpeace, sondern sprach lediglich von "Umweltaktivisten". Diese hätten "die Fahrbahn des Verkehrsknotenpunkts mit Farbe überzogen und so in eine Rutschbahn verwandelt". Motorrad- und Fahrradfahrer seien gestürzt. Es habe Verkehrsunfälle mit Sachschäden und zahlreiche Gefahrenbremsungen gegeben, teilte die Berliner Polizei mit. Greenpeace steht nach eigenem Bekunden schon länger mit der gestürzten Radfahrerin sowie mit Haltern beschädigter Fahrzeuge in Kontakt.

Die Ermittlungen werden vom Landeskriminalamt Berlin geleitet. Weder die Berliner Staatsanwaltschaft noch Greenpeace wollen sich zunächst zu den Ermittlungen äußern. Greenpeace hatte am 26. Juni mitgeteilt, dass Greenpeace-Aktivisten 3500 Liter umweltfreundlicher gelber Farbe auf dem Großen Stern verteilt hätten. Es handle sich um einen "farbenfrohen Gruß an die Kohlekommission", die an jenem Tag ihre Arbeit aufnahm.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/AFP

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