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Mitbewohner fühlte sich bedroht Polizist erschießt Frau bei Einsatz in Berlin

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Gegen den Polizisten wurden - wie es in einem solchen Fall vorgeschrieben ist - Ermittlungen eingeleitet.

(Foto: picture alliance/dpa)

Am frühen Morgen geht bei der Polizei ein Notruf ein. Ein Mann gibt an, er werde von seiner Mitbewohnerin bedroht. Als die Beamten in der gemeinsamen Wohnung eintreffen und sich Zutritt zu ihrem Zimmer verschaffen wollen, leistet die Frau Widerstand. Ein Polizist macht von seiner Schusswaffe Gebrauch.

Bei einem Notrufeinsatz hat ein Berliner Polizist eine 33-jährige Frau erschossen. Die Frau soll den Beamten am frühen Morgen im Stadtteil Friedrichshain mit einem Messer angegriffen haben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Der Schuss aus der Polizeipistole in den Oberkörper der Frau sei tödlich gewesen. Das habe die Obduktion ergeben.

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Bei der Polizei war laut Steltner ein Notruf von einem Mitbewohner eingegangen. Der Mann habe angegeben, er werde von der Frau, mit der er in einer Wohngemeinschaft lebe, bedroht. Als die Beamten versuchten, sich Zutritt zum Zimmer der Frau zu verschaffen, sei es zu einer "unübersichtlichen Situation" gekommen. Sie soll Widerstand geleistet haben, schrieb die Staatsanwaltschaft. "Dabei soll sie den Beamten mit einem Messer entgegengetreten sein, woraufhin der Polizeibeamte von seiner Schusswaffe Gebrauch machte." Ob die Frau psychische Probleme hatte oder ob Drogen im Spiel waren, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen.

Der Vorfall soll sich demnach nahe der Warschauer Straße ereignet haben. Wenn Polizisten Menschen durch Schüsse töten, werden Ermittlungen durch eine Mordkommission des Landeskriminalamtes und der Staatsanwaltschaft eingeleitet - so ist es auch in diesem Fall. Die Polizei twitterte am Nachmittag: "Es gibt in unserem Beruf kaum etwas Schlimmeres als einen Einsatz, der mit dem Tod eines Menschen endet. Wir sprechen den Angehörigen der Verstorbenen unser aufrichtiges Mitgefühl aus und wünschen unserem Kollegen Halt und Stärke."

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) teilte mit: "Derartige Situationen sind eine enorme psychische Belastung, da binnen Sekundenbruchteilen die richtigen, wenn auch folgenschweren Entscheidungen getroffen werden müssen." In den vergangenen Jahren sind bei einigen Polizeieinsätzen in Berlin Menschen erschossen worden. Bekannt wurde ein Fall vom Sommer 2013. Im Neptunbrunnen vor dem Roten Rathaus ging ein geistig verwirrter Mann mit einem Messer auf einen Polizisten zu und wurde erschossen.

Quelle: ntv.de, jki/dpa