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13 Jahre nach dem Verschwinden Prozess um Mord an Georgine Krüger startet

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Georgine Krüger trug bei ihrem Verschwinden eine rosa Jacke, Jeans und eine pinkfarbene Schultertasche.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das letzte Mal wurde Georgine Krüger am 26. September 2006 gesehen. Die Ermittler sind sich sicher, dass die Schülerin vergewaltigt und getötet wurde. Nun muss sich ihr mutmaßlicher Mörder vor Gericht verantworten.

Fast 13 Jahre nach dem rätselhaften Verschwinden einer Berliner Schülerin beginnt nun der Mordprozess gegen einen 44-Jährigen. Dem Verdächtigen wird zur Last gelegt, die damals 14-jährige Georgine Krüger vergewaltigt und erwürgt zu haben. Ihre Leiche wurde nie gefunden. Das Verschwinden von Georgine war über Jahre einer der bekanntesten Vermisstenfälle in Deutschland.

Erst 2017 geriet der Verdächtige durch Funkzellenauswertungen und verdeckte Ermittlungen in den Blick. Der Familienvater aus der Nachbarschaft war bereits 2013 wegen sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt worden. Der mutmaßliche Mörder sitzt seit Dezember 2018 in Untersuchungshaft. Dem Landgericht Berlin zufolge soll er bei der Polizei die Vorwürfe bestritten haben. Vorgesehen sind zunächst 25 Verhandlungstage bis zum 1. November.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Mann das Mädchen im September 2006 auf dem Heimweg von der Schule abgepasst und mit einem Vorwand in einen Keller seiner Wohnung in Berlin-Moabit gelockt haben. Dort habe er das Mädchen bewusstlos geschlagen und vergewaltigt. Aus Angst davor, entdeckt zu werden, habe er Georgine getötet und an einen unbekannten Ort gebracht. Die Mutter des Mädchens ist in dem Prozess Nebenklägerin.

Sie ließ über ihren Anwalt Roland Weber mitteilen, sie hoffe auf Klarheit. Sie erwarte die Aussagen der verdeckten Ermittler mit Spannung. Es gebe keine Spuren zu ihrer Tochter, so Frau Krüger weiter. Ihren Vornamen möchte sie der Öffentlichkeit bislang nicht nennen. "Insgesamt ist das Ganze für mich sehr belastend", ließ sie übermitteln.

Quelle: n-tv.de, sgu/dpa

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