Panorama

Räumung in Flut-Gebiet "Querdenker" müssen Schule verlassen

Übersicht über die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, die von einem schweren Unwetter getroffen wurde. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler - hier hatten die "Querdenker" in einer Schule ein Familienzentrum eröffnet.

(Foto: Philipp von Ditfurth/dpa)

Bad Neuenahr-Ahrweiler ist einer der besonders von der Hochwasser-Katastrophe betroffenen Orte in Rheinland-Pfalz. Für zusätzliche Unruhe sorgt in dem Städtchen das Engagement der sogenannten Querdenker, die ein Familienzentrum in einer Schule betreiben. Nun räumt die Polizei das Gebäude.

Die Polizei hat in dem vom Hochwasser besonders schwer getroffenen Bad Neuenahr-Ahrweiler in Rheinland-Pfalz eine von "Querdenkern" als Familienzentrum genutzte Grundschule geräumt. Eine Räumungsaufforderung sei von der Stadtverwaltung ausgegangen, teilten die Beamten in Koblenz mit. Grund dafür sei, dass die Schule für den Unterricht wiederhergestellt werden soll.

Seit Beginn der Flut hätten Polizei und Verfassungsschutz das Wirken der "Querdenker" im Blick gehabt. "Unter dem Deckmantel der Hilfsbereitschaft wurde hier verschwörerisches Gedankengut verbreitet", erklärte Polizeivizepräsident Jürgen Süs. Die Maßnahmen der Hilfs- und Rettungsdienste sowie der Polizei seien diskreditiert worden. Dies erhöhe die Ängste in der ohnehin stark betroffenen Bevölkerung.

"Auch nach dem Abzug der 'Querdenker' aus der Schule werden wir ihre Aktivitäten weiterhin aufmerksam beobachten", erklärte Süs. Die "Querdenker" seien der Räumungsaufforderung der Polizei gefolgt. Im Umfeld der Schule sei das Verpflegungsangebot unter anderem mit einer Essensausgabe ausgebaut worden.

Familienzentrum wurde geschlossen

Bereits vor rund einer Woche hatte das rheinland-pfälzische Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung das vom Verein "Eltern stehen auf" betriebene Familienzentrum "zur Vermeidung einer im Raum stehenden Kindeswohlgefährdung" geschlossen. Laut Landesamt-Präsident Detlef Placzek herrschten in dem Zentrum "schlechte Bedingungen". So habe es weder Strom noch Wasser gegeben. Zudem befinde sich öliger Schlamm auf den Fluren. Grund für die Schließung sei insbesondere die Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Zudem seien die Kinder ohne Erlaubnis dort betreut worden.

Der Verein "Eltern stehen auf" spricht sich gegen die Corona-Maßnahmen aus. Er warnt auf seiner Homepage vor der Impfung gegen das Virus und spricht von einem "medizinischem Experiment", vor dem Kinder geschützt werden sollen. Das Engagement der "Querdenker" im Katastrophengebiet wurde breit kritisiert.

Quelle: ntv.de, mbe/AFP

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