Panorama

Mehr Fälle als vor einer WocheRKI meldet steigende Neuinfektionen

05.12.2020, 09:26 Uhr
225490098
Etwa 4000 Corona-Patienten liegen gegenwärtig auf Intensivstationen. (Foto: picture alliance/dpa)

Die Wirkung des Teil-Lockdowns bleibt hinter den Erwartungen zurück. Die Zahl der Neuinfektionen sinkt kaum. Die Krankenhausgesellschaft stellt fest, dass Appelle an die Bevölkerung nicht reichen.

Der seit rund fünf Wochen andauernde Teil-Lockdown in Deutschland hat auf die Entwicklung der Corona-Pandemie weiter offenbar nur einen äußerst begrenzten Einfluss. Am Morgen meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) 1600 Neuinfektionen mehr als vor einer Woche. Ferner ist die Zahl der Todesopfer weiter auf hohem Niveau. Angesichts dieser Entwicklung hält der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, die geltenden Einschränkungen zur Bekämpfung Pandemie auch für unzureichend. "Verschärfungen sind notwendig, weil die Appelle an die Bevölkerung, ihre privaten Kontakte so gering wie möglich zu halten, offenbar nicht genügend fruchten", sagte er der "Saarbrücker Zeitung".

Am Morgen meldete das RKI insgesamt 23.318 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Zudem wurde mit 483 neuen Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden der zweithöchste Stand seit dem Ausbruch der Pandemie erreicht. Erst am Mittwoch war der bisherige Höchstwert mit 487 Todesfällen registriert worden. Demnach sind nun an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 insgesamt 18.517 Menschen in Deutschland gestorben.

Derzeit überschreiten mit 381 Regionen 3 mehr als am Vortag den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Demnach liegen von den 412 Regionen, die das RKI ausweist (dazu gehören die Landkreise, kreisfreie Städte und die Berliner Bezirke), 56 Regionen über der neu definierten Hotspot-Alarmschwelle von 200 Neuinfektionen binnen einer Woche.

Am stärksten betroffen ist der bayerische Landkreis Regen: Dieser überschreitet als einzige deutsche Region die 500er-Schwelle mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 503,8. Der thüringische Landkreis Hildburghausen in Thüringen weist den zweithöchsten Wert (458,9) auf. Es folgen der sächsische Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (448,7). Den bundesweit niedrigsten Sieben-Tage-Inzidenzwert weist laut RKI der Kreis Schleswig-Flensburg (6,0 ) auf.

24.000 Corona-Patienten in Krankenhäusern

Der Teil-Lockdown habe nur zu einer gewissen Stabilisierung der Situation beigetragen, sagte DKG-Chef Gaß weiter. "Unsere Sorge ist groß, dass die angekündigten Lockerungen an Weihnachten und zum Jahreswechsel zu einem Anstieg der Infektionszahlen führen." Zu den gegenwärtig etwa 4000 Corona-Patienten auf Intensivstationen kämen noch bis zu 20.000 Corona-Patienten auf normalen Stationen hinzu. Dafür seien die Klinken gut gerüstet. Sollten die Zahlen allerdings weiter nach oben gehen, "kann sich das Blatt auch wenden", warnte Gaß.

Seit dem Beginn der Pandemie haben sich nach Angaben des RKI inzwischen insgesamt 1.153.556 Menschen mit dem Virus infiziert. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,04 (Vortag: 0,94). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 104 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/DJ

Corona-MaßnahmenRobert Koch-InstitutCorona-Krise