Panorama

"Kommt mit großer Sicherheit" RKI warnt vor zweiter und dritter Virus-Welle

Die Infiziertenzahlen in Deutschland zeigen einen erfreulichen Trend, weitere Lockerungen der Ausgangbeschränkungen stehen wohl kurz bevor. Dennoch warnt das Robert-Koch-Institut bereits vor einer zweiten Welle. Diese werde es "mit großer Sicherheit" geben.

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland ist laut Robert-Koch-Institut (RKI) stabil niedrig. Trotz der erfreulichen Entwicklung in der Corona-Krise warnt RKI-Präsident Lothar Wieler bereits vor einem erneuten Anstieg der Infiziertenzahlen. "Wir wissen, dass es mit großer Sicherheit eine zweite Welle gibt", sagte Wieler. "Die Mehrheit der Wissenschaftler ist sich dessen sicher und viele gehen auch davon aus, dass es eine dritte Welle geben wird."

Zeitlich vorhersagen kann das RKI eine zweite Corona-Welle natürlich nicht. Ebenso könne anhand der positiven Entwicklung nicht prognostiziert werden, wann es keine Neuinfektionen mehr geben wird. Die aktuellen Erkenntnisse seien immer eine Momentaufnahme, so Wieler. Daher würden sich die Einschätzungen des RKI auch regelmäßig ändern.

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Die sinkenden Infiziertenzahlen sind "eine sehr gute Nachricht", betont RKI-Chef Wieler.

(Foto: AP)

"Die Zahl der übermittelten Infektionsfälle sinkt weiter. Das ist eine sehr gute Nachricht", fasste Wieler zusammen. In der vergangenen Woche seien täglich zwischen 700 und 1600 Fälle an das RKI gemeldet worden. Am Montag waren es 685. Die Ansteckungsrate R sei auf 0,71 gesunken - das heißt, jede infizierte Person überträgt die Krankheit durchschnittlich auf 0,71 Personen. Das ist der niedrigste Wert seit dem 17. April.

Getestet wird in Deutschland weiterhin intensiv. Bislang wurden 2,4 Millionen Corona-Labortests durchgeführt, circa 7,2 Prozent der Tests seien laut RKI positiv gewesen. Mit Stand Kalenderwoche 18 lägen die Laborkapazitäten bei rund 142 000 pro Tag, hieß es unter Berufung auf Daten von 133 Laboren. Die Testkapazitäten sollen aber noch weiter erhöht werden.

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Die Zahl der täglich gemeldeten Todesfälle sei laut Wieler weiterhin hoch, sie liege zwischen 40 und 200, sagte der RKI-Chef. Der Anteil der Verstorbenen unter den bestätigten Fällen sei in den vergangenen Wochen kontinuierlich gestiegen und liege nun bei 4,2 Prozent. Weiterhin würden Ausbrüche in Pflegeheimen und Krankenhäusern übermittelt.

Bei etwa zwei Drittel aller übermittelten Fälle könne man derzeit aber nicht gut zuordnen, wo sich die Menschen angesteckt haben, erläuterte Wieler. Das liege auch an den Kapazitäten der Gesundheitsämter, die teils noch nicht dazu gekommen seien, Ausbrüche adäquat zu dokumentieren. Steige die Zahl der Erkrankungen nicht wieder an, würden bei der derzeitigen Dynamik keine Engpässe bei den Behandlungskapazitäten erwartet, so Wieler. Dafür, dass die Zahlen nicht wieder ansteigen, werde man Sorge tragen.

Quelle: ntv.de, mba/dpa