Panorama

Patienten als Spielobjekte Rassistische Wetten im Krankenhaus enttarnt

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Das Gesundheitsministerium der Provinz British Colombia leitete umgehen Untersuchungen zu den Anschuldigungen ein.

(Foto: picture alliance / dpa)

In einem kanadischen Krankenhaus sollen Patienten Opfer von rassistischen Wettspielen sein. Der kanadische Gesundheitsminister Adrian Drix verurteilt die Vorkommnisse mit klaren Worten. Dabei ereigneten sich die Vorfälle mutmaßlich nur in einer bestimmten Station des Krankenhauses.

Mit einem makaberen Wettspiel haben Ärzte und Pflegekräfte eines Krankenhauses in Kanada für Empörung gesorgt: Sie sollen bei ankommenden indigenen Patienten den Alkoholwert geschätzt und darauf Wetten abgeschlossen haben, wie das Gesundheitsministerium der Provinz British Columbia im Westen des Landes am Freitag mitteilte. "Wenn das wahr ist, dann ist es nicht tolerierbar, inakzeptabel und rassistisch", erklärte Gesundheitsminister Adrian Dix. Es sei eine Untersuchung eingeleitet worden.

Den Vorwürfen zufolge sollen die Wetten in der Notaufnahme des Krankenhauses gelaufen sein. Die Wette sei bei Patienten geschlossen worden, bei denen Ärzte und Pflegende bei der Ankunft annahmen, dass diese indigene Wurzeln haben. Gewonnen habe, wer mit seiner Schätzung am nächsten an dem später ermittelten möglichen Blut-Alkoholwert gelegen habe.

Für Empörung sorgten die Vorfälle unter anderem bei der Interessenvertretung der indigenen Völker. Menschen mit indigenen Wurzeln seien "viel zu oft Opfer von Vorurteilen", erklärte sie. Es gebe immer wieder Berichte, dass Krankenhäuser die Behandlung von ernsthaft erkrankten Indigenen verweigerten, weil diese angeblich "nur" betrunken seien.

Quelle: ntv.de, jru/AFP