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Drei Männer mit Messer verletzt Ravensburger Angreifer muss in Psychiatrie

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Die Attacke auf drei Passanten ereignete sich mitten in der Ravensburger Innenstadt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Asylbewerber aus Afghanistan soll drei Menschen mit einem Messer schwer verletzt haben. Ein Gutachter geht davon aus, dass der 21-Jährige zum Tatzeitpunkt nicht vollends schuldfähig war. Politiker versuchen, die Gemüter in Ravensburg zu beruhigen.

Nach der Messerattacke in der Ravensburger Innenstadt mit drei Schwerverletzten ist der mutmaßliche Täter in eine psychiatrische Einrichtung gekommen. Anstelle eines Haftbefehls wurde ein sogenannter Unterbringungsbefehl erlassen. Die Polizei teilte mit, der afghanische Asylbewerber leide nach Einschätzung eines Gutachters an einer tiefgreifenden psychiatrischen Erkrankung. Er sei mehrfach in stationärer Therapie gewesen. Hintergrund soll auch ein Streit mit einem Arbeitskollegen gewesen sein.

Der mutmaßliche Angreifer ist nach aktuellen Erkenntnissen 21 Jahre alt, wie die Polizei mitteilte. Dem Mann werden versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Seine Schuldfähigkeit war nach vorläufigem Sachverständigen-Gutachten bei der Tat jedoch ausgeschlossen oder erheblich vermindert.

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Der Ravensburger Oberbürgermeister Daniel Rapp konnte durch seine Courage vermutlich Schlimmeres verhindern.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der 21-Jährige hatte am Freitag auf drei Menschen in der Ravensburger Innenstadt eingestochen und war danach festgenommen worden. Oberstaatsanwalt Karl-Josef Diehl sagte zu den Hintergründen, der Mann habe einen Streit mit einem Arbeitskollegen austragen wollen und diesen aufgefordert, zum Marienplatz zu kommen. Der Grund: Er habe sich wegen Äußerungen des Kollegen gehänselt gefühlt.

Am Vormittag kaufte sich der 21-Jährige dann ein großes Küchenmesser und ging zum Marienplatz. Als sein Kollege nicht kam, stach der Mann "unvermittelt und im Rahmen eines psychotischen Erlebens" auf zwei syrische Asylbewerber ein.

Oberbürgermeister stellt sich Angreifer entgegen

Dann attackierte er einen dritten Mann, der nicht verletzt wurde. Wenig später stellte sich ein 52-Jähriger im Außenbereich einer Gaststätte dem Beschuldigten entgegen. Der Tatverdächtige fügte auch diesem Mann Stichverletzungen zu. Laut Diehl war der 21-Jährige, der seit 2016 in Deutschland ist, bislang nicht mit Aggressionen gegen andere aufgefallen.

Der Asylbewerber wurde auch dank des Ravensburger Oberbürgermeisters Daniel Rapp gestellt. Nach Angaben der Ermittler traf der CDU-Politiker in der Nähe des Tatorts auf den mutmaßlichen Täter und forderte ihn auf, das Messer fallen zu lassen, was dieser tat. Rapp schilderte, weil Zeugen "völlig aufgelöst" zu ihm gerannt seien, sei er zum Tatort gegangen. "Dann stand plötzlich der Täter direkt vor mir mit dem blutüberströmten Messer und hat mich bedroht. Ich habe dann gesagt, er soll das Messer auf den Boden legen."

Sein Einsatz habe womöglich Menschenleben gerettet, sagte der baden-württembergische Integrationsminister Manne Lucha. "Manchmal braucht es Menschen, die nicht wegschauen, die mutig sind, die schnell und beherzt eingreifen, um Schlimmeres zu verhindern. Der Oberbürgermeister von Ravensburg hat diesen Mut bewiesen und Zivilcourage gezeigt", lobte auch Innenminister Thomas Strobl.

Integrationsminister Lucha, der selber in Ravensburg lebt, rief die Bürger auf, zusammenzustehen. "Wir lassen uns nicht von Menschen auseinander dividieren, die diese furchtbare Tat nun für politische Zwecke missbrauchen und Hass und Häme über all jene ausschütten, die für Zusammenhalt in dieser Stadt standen und stehen."

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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