Panorama

Zwei Tonnen Drogen importiert Razzia gegen Kokainring in Norddeutschland

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In einem Schiffscontainer sollen die Drogen in den Hamburger Hafen gelangt sein.

(Foto: picture alliance / Axel Heimken/dpa)

Schlag gegen den Drogenhandel: Polizisten rücken am frühen Morgen in Norddeutschland zu zahlreichen Durchsuchungen aus. Im Fokus steht eine Bande, die über den Hamburger Hafen zwei Tonnen Kokain eingeschleust haben soll. Als Schlüsselfigur gilt ein 39-jähriger Computerexperte.

Das Zollfahndungsamt und das Landeskriminalamt Hamburg sind am Morgen zu einer Großrazzia gegen die organisierte Kriminalität in Norddeutschland ausgerückt. Bei dem Einsatz sollen knapp 40 Wohnungen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen durchsucht werden, wie die Polizei in Hamburg erklärte. Auch "weitere operative Maßnahmen" sind demnach geplant. Zusätzliche Informationen sollen im Laufe des Tages veröffentlicht werden.

Nach "Spiegel"-Informationen handelt es sich bei der Razzia um einen Einsatz gegen eine mutmaßliche Bande von Kokain-Schmugglern. Demnach soll die Bande für die Einfuhr von rund zwei Tonnen Kokain über den Seeweg verantwortlich sein. Die Männer sollen dabei mit südamerikanischen Kartellen zusammengearbeitet haben. Als Schlüsselfigur gilt ein arbeitsloser Computerspezialist. Der 39-Jährige soll das IT-System des Hamburger Hafens manipuliert haben, damit ein mit Kokain beladener Schiffscontainer aus dem Terminal geschafft werden konnte. Zuvor habe der Mann eine Ausbildung bei einer Transportgesellschaft im Hafen absolviert, schreibt das Magazin.

Entscheidende Hinweise erhielten die Ermittler offenbar durch entschlüsselte Chatnachrichten von einem Server der Firma Encrochat. Der Verschlüsselungsdienst war lange bei Kriminellen beliebt, ehe französische Behörden das Netzwerk im Frühjahr knacken konnten. Anschließend konnten Beamte eines internationalen Ermittlerteams für einige Monate den geheimen Chatverkehr Zehntausender Krimineller mitlesen. Es folgten mehrere große Razzien gegen die Organisierte Kriminalität in Europa.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP