Panorama

Durchsuchungen in elf Städten Razzia gegen irakische Rocker-Gang in NRW

Hunderte Polizisten durchsuchen in Nordrhein-Westfalen zahlreiche Häuser und Wohnungen in elf Städten. Die Ermittlungen richten sich gegen eine irakische Rocker-Gang. Die Gruppe soll nicht nur in Waffen- und Drogenhandel verstrickt sein, sondern auch als Schleuserring agieren.

Mit einem Großaufgebot geht die Polizei in Nordrhein-Westfalen seit dem frühen Morgen gegen die irakische Rockerorganisation "Al-Salam-313" vor. Der Einsatz richte sich gegen 34 Beschuldigte der Organisation, sagte eine Sprecherin der Essener Polizei, die die Razzia gemeinsam mit der Essener Staatsanwaltschaft leitet. Mehrere Hundert Einsatzkräfte durchsuchen 49 Objekte in elf Städten, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei in Essen mit. Die Polizei beschlagnahmte Bargeld, Handys, Computer und Drogen. Laut NRW-Innenminister Herbert Reul wurde eine Person festgenommen.

Der Schwerpunkt der Maßnahmen liege im Raum Köln und dem Ruhrgebiet, sagte ein Polizeisprecher. Zusätzlich zu Köln und Essen durchsuchte die Polizei Objekte von Mitgliedern der Organisation in Duisburg, Bonn, Hünxe, Siegburg, Dortmund, Heiligenhaus, Velbert, Olpe und Krefeld. Wie die "Bild"-Zeitung schreibt, stehen 43 Objekte im Fokus der Ermittler. Über 500 Beamte sollen im Einsatz sein, darunter Spezialeinheiten und Fahnder des Staatsschutzes.   

Neben dem Handel mit Waffen und Betäubungsmitteln gehe es vor allem um gefälschte Ausweise und Schleuserkriminalität, so der Polizeisprecher. Haftbefehle seien bislang nicht vollstreckt worden. Weitere Angaben machte er zunächst nicht. Der Großeinsatz soll nach Polizeiangaben bis in den Nachmittag hinein dauern.

Gegen die Gruppe werde seit geraumer Zeit ermittelt, sagte ein Sprecher der Polizei. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung steht die irakische Rocker-Gruppierung im Verdacht, Milizen in ihrer Heimat mit illegalem Geld unterstützt zu haben. Einzelne Mitglieder sollen früher Beziehungen zur Leibgarde von Saddam Hussein unterhalten haben. Auch Kontakte zur amtierenden irakischen Regierung werden der Gruppe nachgesagt. In der Vergangenheit sollen die Rocker in Auseinandersetzungen mit Mitgliedern libanesischer Clans verwickelt gewesen sein.

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Quelle: n-tv.de, jpe/AFP/dpa