Neues Zugunglück in SpanienRegionalzug bei Barcelona entgleist - ein Toter, Dutzende Verletzte

Noch trauert Spanien um die Opfer des schweren Zugunglücks vom Sonntagabend, da sorgt ein weiterer Bahnunfall für Bestürzung. Nach schweren Regenfällen kollidiert ein Regionalzug bei Barcelona mit einer eingestürzten Stützmauer.
Zwei Tage nach dem schweren Zugunglück in Südspanien mit mindestens 42 Toten hat es in Katalonien im Nordosten des Landes einen weiteren Unfall mit einem Nahverkehrszug mit einem Toten und 37 Verletzten gegeben. Bei dem Toten handele es sich um den Zugführer, teilte der regionale Rettungsdienst auf der Plattform X mit. Auf Bildern von Onlinemedien war die zerstörte Frontpartie des Zuges zu sehen.
20 Krankenwagen und Dutzende Sanitäter sowie Helfer seien an der Unglücksstelle nahe dem Ort Gelida östlich von Barcelona im Einsatz, teilte der Zivilschutz Kataloniens auf X mit. Demnach war eine Stützmauer während eines heftigen Sturms mit starkem Regen auf die Gleise gestürzt und traf auch den Zug der Linie R4 im Nahverkehrsnetz Rodalies. Gerade in den Abendstunden sind diese Züge an Wochentagen voll besetzt und viele Passagiere müssen im Stehen reisen.
Achsbruch nach Sturmwarnung
Zuvor war schon ein anderer Rodalies-Nahverkehrszug der Linie R2 weiter nördlich nahe dem Ort Blanes wegen eines Erdrutsches entgleist. Der Zug verlor eine Achse, über Verletzte wurde nichts mitgeteilt. Die Behörden hatten in einigen Gebieten Kataloniens wegen des starken Sturms "Harry" mit Windgeschwindigkeiten bis zu 80 Kilometer pro Stunde und starken Niederschlägen Alarmstufe Rot ausgerufen. Wegen meterhoher Wellen war auch gewarnt worden, sich auf keinen Fall Hafenmolen und Stränden zu nähern.
Erst am Sonntagabend waren im Süden Spaniens zwei Hochgeschwindigkeitszüge zusammengestoßen und entgleist. Wie die Regionalregierung am Abend mitteilte, wurde in dem Zugwrack eine weitere Leiche entdeckt. Damit erhöhte sich die Zahl der geborgenen Toten durch das schwere Zugunglück auf 42. 37 der 120 Verletzten befänden sich noch im Krankenhaus, erklärte die Regionalregierung weiter. Vier von ihnen seien Kinder.
30 Zentimeter langer Riss an der Schiene
Bei dem Unglück war am Sonntagabend ein Hochgeschwindigkeitszug nahe dem Ort Adamuz im Süden Spaniens entgleist und mit einem entgegenkommenden Zug zusammengestoßen, der ebenfalls entgleiste. Das Unglück ereignete sich auf gerader Strecke, die Ursache ist bislang unklar. Die beiden Züge waren mit einer Geschwindigkeit von über 200 Stundenkilometern unterwegs.
Spanischen Medien zufolge konzentrierten sich die Untersuchungen auf einen mehr als 30 Zentimeter langen Riss in der Schiene am Unfallort. Dabei könne es sich um eine mangelhafte Schweißnaht oder eine durch die Witterung beschädigte Schweißnaht handeln, hieß es. Verkehrsminister Óscar Puente sagte, die Ermittler untersuchten, ob ein auf Fotos von der Unfallstelle zu sehender Bruch einer Schiene "die Ursache oder die Folge" des Unglücks sei.