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Frank S. geht in Revision Reker-Attentäter will Urteil anfechten

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Das Attentat von Frank S. auf die Kölner Oberbürgermeisterin wird nun ein Fall für den Bundesgerichtshof.

(Foto: dpa)

Frank S. wird für sein Attentat auf die heutige Kölner Oberbürgermeisterin Reker zu 14 Jahren Haft verurteilt. Mit der relativ milden Strafe gibt sich S. nicht zufrieden: Er bringt den Fall vor den Bundesgerichtshof.

Das Attentat auf die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker wird den Bundesgerichtshof beschäftigen. Von Seiten des Angeklagten, seines Verteidigers und eines weiteren Anwalts sei fristgerecht Revision eingelegt worden, teilte das Düsseldorfer Oberlandesgericht mit.

Der rechtsradikale Frank S. war vor einer Woche wegen versuchten Mordes zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte bereits nach der Urteilsverkündung angekündigt, die Entscheidung anzufechten. "Mit einem richtigen Anwalt", hatte er noch angemerkt. Die Bundesanwaltschaft hatte lebenslange Haft, der Verteidiger maximal 15 Jahre gefordert.

Verteidiger ist für S. ein "Totalausfall"

Sein Anwalt Jasper Marten aus Krefeld hat nun tatsächlich Revision eingelegt. Das Rechtsmittel der Revision sieht vor, dass der Bundesgerichtshof in Karlsruhe das Urteil überprüft. Ausgeschlossen ist dagegen, dass die Beweisaufnahme – also die Hauptverhandlung – wiederholt wird. Nach Zustellung des Urteils muss die Revision innerhalb von vier Wochen schriftlich begründet werden. Das sei in etwa acht Wochen der Fall, teilte Anwalt Marten laut "Rheinische Post" mit. Ob er dann noch das Mandat für Frank S. habe, sei unklar.

Schon im Gerichtssaal hatte Frank S. mehrfach versucht, seinen letzten verbliebenen Pflichtverteidiger loszuwerden und ihn als "Totalausfall" und "linksradikalen Speichellecker" bezeichnet. Prozessbeobachter werteten das Urteil von 14 Jahren Haft als eher mild. Die Richter hielten Frank S. seine schwere paranoid-narzisstische Persönlichkeitsstörung zu Gute und sahen von einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe ab.

Der Attentäter hatte Reker am 17. Oktober 2015, einen Tag vor ihrer Wahl zur Oberbürgermeisterin von Köln, ein großes Jagdmesser in den Hals gerammt. Die 59-Jährige hatte die Attacke nur knapp überlebt.

Quelle: n-tv.de, jgu/dpa

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