Panorama

Sprengung nach 54 Jahren Rias-Mast in Berlin ist endgültig Geschichte

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Der ehemalige RIAS-Sendemast in Berlin-Britz diente zuletzt dem Deutschlandradio Kultur zur Übertragung.

(Foto: dpa)

In Berlin-Britz geht ein Stück deutscher Rundfunkgeschichte zu Ende. Vom 160 Meter hohen Sendemast ging der legendäre Radiosender RIAS auf Sendung, später diente der Turm vielen Berlinern als Orientierungspunkt. Nun ist er weg.

Nach 54 Jahren ist der ehemalige Rias-Sendemast in Berlin-Britz gesprengt worden. Die 55 Tonnen schwere und 160 Meter hohe Stahlgitterkonstruktion fiel wie geplant in mehreren Teilen auf eine freie Fläche, wie ein Sprecher des verantwortlichen Deutschlandradios sagte.

Die 1961 errichtete Anlage war seit knapp zwei Jahren nicht mehr in Betrieb. Zuletzt diente sie der Verbreitung von Deutschlandradio Kultur per Mittelwelle. Von Britz aus ging 1946 der Rundfunk im Amerikanischen Sektor (Rias) auf Sendung. Später entstand dort Europas damals leistungsstärkster Mittelwellensender, mit dem jahrelang auch die Störsender aus Ost-Berlin überwunden werden mussten.

Die Übertragung per Mittelwelle wird inzwischen durch günstigeres Digitalradio ersetzt. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten bauen die digitale Übertragungsform DAB+ aus. Damit folgen sie einer Empfehlung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF). Diese hatte das Ende der Lang- und Mittelwellenübertragung gefordert. Im Laufe dieses Jahres sollen die letzten Anstalten ihre Mittelwellensender abschalten.

Das Bauwerk gehörte zu den höchsten Berlins. Es diente auch als Orientierungspunkt im Süden der Stadt. Am Samstag wurden drei Halterungen von Stahlseilverankerungen per Explosion gelöst. Zudem wurde die Konstruktion an zwei Stellen auseinander gesprengt, so dass sie in sich zusammenfiel. Die Aktion dauerte nur wenige Sekunden.

Quelle: ntv.de, jgu/dpa

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