Panorama

Apokalyptische Inferno-Vorboten Riesen-Aschebrocken prasseln auf US-Stadt

Die verheerenden Waldbrände in Kalifornien schicken ihre furchterregenden Vorboten auch dorthin, wo noch keine Flammen wüten. Während weltberühmte Weingebiete eins nach dem anderen vernichtet werden, regnet es in der Nähe kopfgroße Ascheklumpen. Die Behörden warnen vor den schwarzen Brocken.

Die gigantischen Wald- und Buschbrände in Kalifornien haben im Norden des US-Bundesstaates ein apokalyptisches Phänomen heraufbeschworen: In Santa Rosa, nördlich der Metropole San Francisco, regneten riesige Aschebrocken aus den Rauchwolken am Himmel. Bewohner des Ortes posteten Bilder der schwarzen Klumpen in den sozialen Medien. Einige Stücke hatten "wahrscheinlich die Größe meines Gesichts", sagte Augenzeugin Morgan Balaei dem "San Francisco Chronicle".

Santa Rosa war bereits von den Waldbränden 2017 schwer verwüstet worden, auch damals gab es laut Balaei Ascheregen. In diesem Jahr aber sehe er anders aus, die Stücke seien viel größer und viel weiter verteilt. "Wir sehen keine Flammen, aber es ist ebenso furchterregend, die Masse an Dingen überall herumliegen zu sehen, die unser Haus niederbrennen könnten", beschreibt Balaei die infernale Szenerie.

Eine Sprecherin der örtlichen Feuerwehr sagte, es sei unklar, warum die Brocken so groß seien. Es könnte sich dabei um verbrannte Baumrinde handeln, aber auch um Überreste verbrannter Gebäude. Einzelne Teile könnten durch die starken Winde mehrere Kilometer getragen werden. Die Umweltbehörde der USA warnt indes, Asche von verbrannten Gebäuden sei gefährlicher als jene verbrannter Bäume und Pflanzen, Bewohner betroffener Regionen sollten Kontakt mit der Substanz möglichst vermeiden.

Weltberühmte Weinberge vernichtet

Die verheerenden Feuer an der US-Westküste haben inzwischen auch schwere Zerstörungen im weltberühmten, nahegelegenen Weinanbaugebiet Napa Valley angerichtet. Mehrere Weinberge gingen in Flammen auf, Zehntausende Menschen in der Region flüchteten vor dem Brand. Starke Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu etwa 90 Stundenkilometern fachten das Feuer weiter an. Das am Sonntag in der Region ausgebrochene "Glass Fire" vernichtete unter anderem das renommierte Weingut Chateau Boswell und Teile des Weinguts Castello di Amorosa. Andere Weingüter wurden durch die Flammen bedroht. Nach Angaben der Feuerwehr wurden bis Montag fast 14.000 Hektar Land zerstört. Der Brand verbreite sich in "gefährlichem" Tempo weiter und sei an keiner Stelle unter Kontrolle. Mehr als tausend Feuerwehrleute waren im Napa Valley im Einsatz.

Rund 320 Kilometer weiter nördlich kamen nach Angaben der Polizei drei Menschen im Verwaltungsbezirk Shasta durch das "Zogg Fire" ums Leben. Dieser Großbrand war ebenfalls am Sonntag ausgebrochen. Im Gebiet des "Zogg Fire" und des "Glass Fire" mussten mehr als 35.000 Einwohner ihre Wohnungen und Häuser verlassen und sich in Sicherheit bringen. Tausende weitere Einwohnern wurden von den Behörden aufgefordert, sich auf Evakuierungen vorzubereiten.

Höhepunkt der Brände noch nicht erreicht

Mehr als 2200 Feuerwehrleute kämpften dort gegen die immer wieder neu auflodernden Flammen. In dem direkt an das Napa Valley angrenzenden Verwaltungsbezirk Sonoma tobte ein weiterer Großbrand namens "Shady Fire". 4500 Bewohner einer Anlage für Senioren wurden dort mitten in der Nacht in Fahrzeugen der Behörden an sichere Orte gebracht.

In diesem Jahr wüteten im bevölkerungsreichsten Bundesstaat der USA nach einer Zählung der kalifornischen Feuerwehr bereits über 8100 Brände, mehr als 1,5 Mio. Hektar sind davon bereits betroffen. Gouverneur Gavin Newsom warnte, Kalifornien habe den Höhepunkt der Waldbrandsaison noch nicht hinter sich. Im Süden von Los Angeles sei mit einer neuen Hitzewelle zu rechnen.

Wissenschaftler machen den Klimawandel für die seit Jahren zunehmenden Dimensionen der Wald- und Buschbrände im Westen der USA mitverantwortlich. Nach ihren Angaben nimmt durch die Erderwärmung die Trockenheit in der Vegetation deutlich zu, was wiederum eine rasche Ausbreitung der Flammen begünstigt. US-Präsident Donald Trump hatte jedoch erst kürzlich bei einem Besuch in Kalifornien den Klimawandel erneut infrage gestellt.

Quelle: ntv.de, mra/AFP