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Trügerischer Untergrund: Der Boden unter den neuseeländischen Weiden bei Rotorua gibt plötzlich nach (TV-Standbild).
Trügerischer Untergrund: Der Boden unter den neuseeländischen Weiden bei Rotorua gibt plötzlich nach (TV-Standbild).(Foto: dpa)
Freitag, 04. Mai 2018

Gewaltige Kluft im Erdboden: Riesiges Erdloch in Neuseeland entdeckt

Ein seltenes Naturschauspiel fasziniert Anwohner auf der neuseeländischen Nordinsel: Nahe eines Gehöfts tut sich über Nacht der Erdboden auf 200 Metern Länge auf. Im Boden klafft plötzlich eine gewaltige Spalte.

Nach anhaltenden starken Regenfällen hat sich in der Nähe eines Bauernhofs in Neuseeland eine gewaltige Erdspalte geöffnet. Das rund 200 Meter lange, 30 Meter breite und 20 Meter tiefe Erdloch tat sich in der Nähe der Stadt Rotorua auf der Nordinsel des Landes auf, wie lokale Medien berichteten. Der Ort des Geschehens liegt rund 200 Kilometer südöstlich der neuseeländischen Großstadt Auckland in einer vulkanisch geprägten Region. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Riesige Ausmaße: Wie eine tiefe Wunde zieht sich der Erdfall durch den Boden (Luftaufnahme).
Riesige Ausmaße: Wie eine tiefe Wunde zieht sich der Erdfall durch den Boden (Luftaufnahme).(Foto: AP)

Ein Mitarbeiter des Bauernhofs entdeckte die Öffnung im Boden zu Beginn der Woche per Zufall. Er hätte ums Leben kommen können, wäre er mit seinem Fahrrad nur ein klein wenig weiter rechts unterwegs gewesen, erzählte der Mann. Im Dunkeln dürfte sich das Ausmaß der Öffnung im Boden tatsächlich nur schwer einschätzen lassen. Bei Tageslicht dagegen sind die Abbruchränder der Kluft inmitten leuchtend grüner Weiden gut zu erkennen.

In der Region war es in den vergangenen Tagen zu ungewöhnlich heftigen Regenfällen gekommen. Am Wochenende hatten Mitarbeiter der lokalen Wetterstation in Rotorua die bislang stärksten vor Ort gemessenen Regenfälle pro Stunde verzeichnet. Der Starkregen zu Beginn des neuseeländischen Winterhalbjahres traf auf einen Erdboden, der von vorausgegangenen Regenfällen vielerorts bereits mit Feuchtigkeit gesättigt ist.

Die Menge an Regenwasser konnten daher nicht versickern, sondern bahnte sich andere Abflusswege. Der massive Zustrom an Wasser habe dazu geführt, dass sich unterirdische Hohlräume stark vergrößert hätten, erklärte der Vulkanologe Brad Scott, der mit dem Boden unter Rotorua vertraut ist. Dadurch seien alte Erdlöcher wieder aufgerissen und - wie im aktuellen Fall - auch ein neues entstanden.

Ungewöhnlich großes Exemplar

Erdlöcher seien in der Gegend um Rotorua keine Seltenheit. Der Untergrund ist vulkanischen Ursprungs und durch länger zurückliegende Ausbruchsereignisse stark zerklüftet. Dichte Vegetation und Mutterboden kann solche Risse und Spalten im Untergrund überdecken. Auch in Deutschland kommt es hin und wieder zu sogenannten Erdfällen. Hierzulande gehen die unvermittelt auftretenden Löcher im Boden oft jedoch auf Folgen menschlicher Bergbautätigkeiten zurück.

Auch in Neuseeland kam es in der Vergangenheit wiederholt vor, dass in der Region Rotorua Hohlräume und Ausspülungen im Erdboden einstürzten. Das nun entdeckte Exemplar sei aber "besonders groß", erklärte Vulkan-Experte Scott.

Unmittelbare Gefahr für Leib und Leben bestehe dadurch allerdings nicht, hieß es. Der spektakuläre Erdfall ereignete sich in einer dünn besiedelten Gegend außerhalb von Rotorua. Nach Einschätzung des Vulkanologen ist es vor allem "ungünstig für den Landwirt, der jetzt drum herum arbeiten muss."

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Quelle: n-tv.de