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Risikogruppe bei Coronavirus Raucher sind stärker gefährdet

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Mit dem Rauchen aufhören, lohnt sich immer - in Zeiten des Coronavirus allerdings besonders.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nicht ins Gesicht fassen, Händewaschen und Abstand halten - so kann man sich vor dem Coronavirus schützen. Raucher sollten allerdings eine weitere Vorsichtsmaßnahme treffen: mit dem Rauchen aufhören. Denn Experten gehen davon aus, dass der Tabakkonsum das Risiko erhöht.

Nach neuesten Erkenntnissen haben insbesondere ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen ein höheres Risiko, durch eine Infektion mit dem Coronavirus schwere Symptome zu entwickeln. Allerdings gibt es laut Experten noch eine weitere Risikogruppe: Raucher. Daten aus China geben Hinweise darauf, dass infolge des Rauchens die Infektionsgefahr durch das Coronavirus und die Krankheit Covid-19 höher sei. Ganz klar sei das zwar noch nicht, sagt Prof. Michael Pfeifer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie. Es spreche aber vieles dafür. "Raucher haben grundsätzlich ein höheres Risiko, Virusinfektionen zu erleiden", sagt der Experte.

So schützen Sie sich gegen das Coronavirus

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden, empfiehlt das Robert-Koch-Institut einige Verhaltensregeln:

  • Hände mehrmals am Tag für 20 bis 30 Sekunden gründlich mit Seife waschen.
  • In die Ellenbeuge husten und niesen, damit die Hände sauber bleiben. Dabei Abstand zu anderen Menschen halten.
  • Hände vom Gesicht fernhalten, aufs Händeschütteln verzichten.
  • In öffentlichen Einrichtungen Hände möglichst mit einem Papiertuch trocknen.
  • Im Büro und zu Hause regelmäßig lüften.

Der Grund dafür: Durch die Belastung des Rauchens sind die Abwehrkräfte des Bronchialsystems eingeschränkt. Viren haben so ein leichteres Spiel. Zudem liefen Raucher Gefahr, an wesentlich schwereren Lungenentzündungen zu erkranken, als Nichtraucher. "Das wissen wir aus dem klinischen Alltag - bei dem aktuellen Coronavirus ist es aber noch nicht nachgewiesen", so Pfeifer. Mehr Informationen gebe es dagegen zum Verlauf der Krankheit. "Da haben wir aus Wuhan relativ eindeutige Daten", sagt der Pneumologe. "Die geben zumindest einen Hinweis darauf, dass das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs mit einer echten Lungenentzündung deutlich höher ist."

"Eine Vorschädigung der Lunge und der Atemwege könnte womöglich ein Co-Faktor für einen schweren Verlauf von Covid-19 sein", sagt auch der Virologe Hendrik Streeck t-online.de. Aber auch er mahnt zur Vorsicht: Sicher lasse sich das nicht sagen - "sowohl virologisch als auch epidemiologisch haben wir noch keine Daten", so Streeck.

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Ist es also sinnvoll, wegen des Coronavirus mit dem Rauchen aufzuhören? Das lohne sich immer - unabhängig von Corona, meint der Experte Pfeifer. Aber tatsächlich könne ein solcher Schritt auch jetzt noch Wirkung haben: "Es ist durchaus möglich, das Krankheitsrisiko und den Krankheitsverlauf auch jetzt noch zu beeinflussen, wenn man mit dem Rauchen aufhört. Es macht immer einen Unterschied, ob man aktiver oder ehemaliger Raucher ist."

Quelle: ntv.de, hny/dpa