Panorama

Anschlagsplan in Köln Rizin-Bombenbauer erhielt Infos aus Chat

121130497.jpg

Der Angeklagte versteckt sein Gesicht, während der Verhandlung.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Prozess gegen den Bombenbauer aus Köln sagt eine Zeugin aus. Demnach betreibt der Verdächtige nicht nur zahlreiche Facebook-Gruppen mit salafistischem Gedankengut, sondern chattete über "Telegram" unter anderem zum Thema Sprengkörper.

Der mutmaßliche Rizin-Bombenbauer von Köln hat Ermittlern zufolge einer Chat-Gruppe namens "Wölfe des Islamischen Staates in Europa" angehört. Das sagte eine BKA-Beamtin, die die Social-Media-Aktivitäten des Angeklagten untersucht hatte, als Zeugin am Düsseldorfer Oberlandesgericht aus.

Der 30-jährige Tunesier steht dort vor Gericht, weil er den ersten Terroranschlag mit einem biologischen Kampfstoff in Deutschland vorbereitet haben soll. In Chat-Gruppen wie dieser beim Messengerdienst Telegram sei er über den Bau von Sprengkörpern, Drohnen, Autobomben und Giftgas informiert worden. Seine Chat-Partner könnten eindeutig dem IS-Umfeld zugeordnet werden. Es habe sich eine Lehrer-Schüler-Beziehung herausgebildet, sagte die Polizistin.

Der Angeklagte habe selbst Facebook-Kanäle mit salafistischem und dschihadistischen Gedankengut betrieben. Der 30-jährige Tunesier und seine 43 Jahre alte deutsche Ehefrau sollen 2018 einen Terroranschlag mit einer Bombe und dem hochgiftigen Rizin vorbereitet haben. Beiden Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft. Der Anschlag mit dem Gift hätte laut Gutachten bis zu 100 Todesopfer gefordert.

Quelle: ntv.de