Panorama

Erbsen aus Konservendose Russin rechtfertigt Flucht aus Quarantäne

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Alla Iljina wurde gleich nach der Ankunft auf Coronavirus untersucht. Sie behauptet, sie sei gesund.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Nach ihrer Rückkehr aus China landet Alla Iljina, wie viele anderen Russen, in der Coronavirus-Quarantäne. Warum sie für zwei Wochen eingesperrt wird, obwohl sie offenbar gesund ist, kann die Frau nicht nachvollziehen. Sie knackt das Schloss und macht sich davon. Jetzt hat sie Ärger mit der Justiz.

Weil sie aus ihrer Coronavirus-Quarantänestation geflohen ist, muss sich eine Frau in Russland vor Gericht verantworten. Der Chef eines Krankenhauses in St. Petersburg habe Klage gegen Alla Iljina eingereicht, teilte das zuständige Gericht mit. Die Frau hatte sich zuvor auf Online-Netzwerken darüber beschwert, dass sie eingesperrt sei und "ungenießbares" Essen aufgetischt bekomme.

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"Ich werde hier Gewicht verlieren, weil das kein Essen ist", sagte Iljina in einem Instagram-Video und zeigte auf einen Teller mit Kartoffelbrei und Erbsen aus der Konservendose. Außerdem gebe es in ihrem Raum keine Lüftung.

Auch ihre Flucht beschrieb Iljina genau: "Es gibt ein elektromagnetisches Sicherheitsschloss an der Tür. Ich habe den Schließkasten geknackt und die Kabel kurzgeschlossen. Dann habe ich meine Sachen genommen und bin zum Fahrstuhl gegangen." Das Video ist offenbar mittlerweile gelöscht oder gesperrt worden.

Unterdessen wurde bekannt, dass wenige Tage nach Iljinas Flucht drei weitere Patienten der Klinik ihrem Beispiel gefolgt waren. Zwei Menschen kehrten laut Medienberichten bereits zurück, nach einer Frau wird noch gesucht.

"Sie werden mich jetzt mit irgendetwas infizieren"

Iljina war am 1. Februar mit dem Flugzeug von der chinesischen Urlauberinsel Hainan zurückgekommen. Sie wurde mehrmals untersucht und schließlich am 6. Februar mit der Diagnose "Viruserkrankung" in Quarantäne gesteckt, wo sie zwei Wochen bleiben sollte.

Die Diagnose habe nicht ausgeschlossen, dass es sich um das neuartige Coronavirus handeln könnte, erklärte die Gesundheitsbehörde zur Begründung. Iljina wiederum gab an, die Ärzte hätten ihr gesagt, dass ihre Tests keine Anzeichen für das Coronavirus gezeigt hätten.

Wie die Frau der Online-Zeitung "Fontanka.ru" erzählte, hat sie jetzt Angst vor Behördenwillkür: "Ich befürchte, sie werden mich jetzt mit irgendwas infizieren, um zu beweisen, dass sie recht haben. Ich verstehe nicht, warum ich zwangsbehandelt werden muss. Was wollen sie heilen? Meine Gesundheit etwa?" sagte Iljina.

Eine erste Gerichtsanhörung in dem Fall soll am kommenden Montag stattfinden. Der Frau droht nach russischem Recht eine Geldstrafe.

Quelle: ntv.de, uzh/AFP