Panorama

Große Impfskepsis im Land Russland meldet so viele Corona-Tote wie nie

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Wladimir Wladimirowitsch Putin kann sein Volk bislang nicht so recht von den heimischen Vakzinen überzeugen.

(Foto: imago images/SNA)

Fünf Impfstoffe gegen Corona sind in Russland zugelassen. Alle wurden im eigenen Land entwickelt. Doch das Vertrauen in sie ist bei der Bevölkerung gering. Folglich verschärft sich die Lage wieder. Nun meldet das Land einen traurigen Rekord.

In Russland hat die Zahl der Corona-Toten erstmals die Marke von 1000 pro Tag überschritten. Das ist ein Höchststand seit Beginn der Pandemie. Am heutigen Samstag meldeten die Behörden 1002 Todesfälle innerhalb eines Tages im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Zugleich gab es mehr als 33.200 Neuinfektionen binnen eines Tages. Auch das ist ein Negativrekord. Seit Wochen spitzt sich die Corona-Lage im flächenmäßig größten Land der Erde dramatisch zu.

Laut Corona-Statistik sind seit Frühjahr vergangenen Jahres mehr als 222.000 Menschen mit dem Virus gestorben. Die Corona-Zahlen stehen jedoch seit langem als geschönt in der Kritik.

Die Behörden sehen den Hauptgrund für die hohen Todes- und Infektionszahlen in der geringen Bereitschaft der Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Nach den offiziellen Angaben sind etwa 47,5 Millionen Menschen vollständig immunisiert. Das ist knapp ein Drittel der Bevölkerung (32,5 Prozent). In Deutschland sind dem Robert Koch-Institut zufolge gut zwei Drittel komplett versorgt.

Unter den rund 146 Millionen Menschen in Russland ist die Skepsis gegenüber den im eigenen Land entwickelten Impfstoffen groß. Das Riesenreich verfügt bereits über fünf Vakzine. Westliche Mittel sind dagegen nicht zugelassen. Die russischen Behörden wollen nun über weitere Anreize die Bevölkerung zu einer Impfung bewegen. In der Millionen-Metropole Moskau sollen etwa Wohnungen verlost werden.

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Größere Beschränkungen gibt es trotz hoher Infektionszahlen nicht. Der Kreml hatte zuletzt einen landesweiten Lockdown ausgeschlossen und auf die Verantwortung in den jeweiligen Regionen verwiesen.

Russlands oberster Corona-Mediziner Denis Prozenko nannte die Lage "sehr angespannt", was "angesichts einer so niedrigen Impfquote nicht verwunderlich" sei. Es sei überraschend, dass die Menschen im zweiten Jahr der Pandemie noch von der Existenz des Virus überzeugt werden müssten. "Das Coronavirus ist keine Einbildung."

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

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