Stundenlanger EinsatzSEK überwältigt Mann in Bielefeld nach Schüssen und Geiselnahme

Helle Aufregung in Bielefeld: Ein Mann gerät in Streit mit seinem Nachbarn. Nachdem er mehrmals mit einer Schreckschusspistole auf ihn schießt, nimmt er einen Unbeteiligten als Geisel. Das SEK beendet die Aktion nach neun Stunden.
Ein 40-jähriger Mann soll in Bielefeld mit einer Schreckschusspistole mehrfach auf den Kopf eines Nachbarn gefeuert und dann einen unbeteiligten Spaziergänger stundenlang gefangen gehalten haben. Ein Spezialeinsatzkommando habe den 40-Jährigen schließlich überwältigen und festnehmen können, teilte die Polizei mit.
Der polizeibekannte Mann sitze nun wegen gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung in Untersuchungshaft. Ein 38-jähriger Nachbar war am Donnerstagabend gegen 19.45 Uhr durch die Schüsse leicht verletzt worden. Bei dem Streit im Flur des Mehrfamilienhauses, in dem beide Männer wohnen, soll es um geringe Geldschulden gegangen sein. Der Schütze verließ nach der Auseinandersetzung den Tatort.
Auf dem Weg nach Hause habe der 40-Jährige später aber einen unbeteiligten nächtlichen Spaziergänger in seine Gewalt gebracht. Unter Androhung seiner Schusswaffe zwang er den Mann, nachzuschauen, ob an seiner Wohnung bereits Polizisten auf ihn warteten.
Als dies nicht der Fall war, brachte er den Mann in seine Wohnung und bedrohte ihn dort mehrfach mit der Schusswaffe. Erst nach mehreren Telefonaten mit speziell geschulten Polizeibeamten ließ er ihn in der Nacht wieder frei.
Etwa neun Stunden nach den Schüssen erfolgte der Zugriff und Spezialeinsatzkräfte nahmen den Deutschen in seiner Wohnung fest. Eine Mordkommission ermittelte, stufte die Schüsse aber schließlich nicht als versuchte Tötung, sondern als gefährliche Körperverletzung ein.