Panorama

Mehrere Radschrauben gelockert Saar-Innenminister entgeht Anschlag

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Klaus Bouillon im April mit Polizisten. Im Hintergrund: Die Limousine des Ministers.

(Foto: imago images/Becker&Bredel)

Auf einmal schlägt die Bord-Elektronik Alarm: Am Auto des saarländischen Innenministers Klaus Bouillon sind wohl Radschrauben manipuliert worden. Die Generalstaatsanwaltschaft wertet das als versuchten Mord und ermittelt in alle Richtungen.

Nach einem mutmaßlichen Anschlagsversuch auf den Dienstwagen des saarländischen Innenministers Klaus Bouillon ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft Saarbrücken wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Die Ermittlungen richteten sich gegen Unbekannt und würden "in alle Richtungen geführt", teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Saarbrücken mit. Dies schließe "auch möglicherweise staatsgefährdende Motive" ein. Weitere Auskünfte könnten derzeit aus Gründen des Verfahrensschutzes nicht erteilt werden, sagte er.

Am Dienstwagen von Bouillon sollen mehrere Radschrauben gelockert worden sein. Er habe dies bei einer Fahrt in St. Wendel selbst gemerkt, weil das technische System in der Limousine Alarm geschlagen hatte, hieß es von der Polizei. In der Werkstatt sei danach festgestellt worden, dass wohl an den Radschrauben manipuliert worden war. Der Wagen habe in der Nacht vor dem Privathaus des CDU-Politikers gestanden.

"Wenn sich der mutmaßliche Anschlag auf Klaus Bouillon bewahrheitet, ist das ein Angriff auf die Grundfeste unserer Gesellschaft und aufs Schärfste zu verurteilen", erklärte Regierungssprecher Alexander Zeyer in Saarbrücken. Die Demokratie lebe von unterschiedlichen Meinungen und dem politischen Diskurs. Einschüchterung und körperliche Gewalt seien jedoch mit nichts zu rechtfertigen. Eine solche Tat sei "kein harmloser Spaß". Die Gesellschaft und der Rechtsstaat müssten dem "mit aller Konsequenz entgegentreten".

Bouillon stand laut "Saarbrücker Zeitung" in der Saar-Koalition unter Druck, weil er den Eindruck erweckt habe, ohne Grenzschließung kämen scharenweise mit dem Corona-Virus infizierte Menschen ins Land. Der Minister selbst verkündete, er sei missverstanden und falsch wiedergegeben worden.

Quelle: ntv.de, ter/afp