Panorama

Belgische Behörden ermitteln Salmonellen-Alarm legt Schokoladenfabrik lahm

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Das Werk im belgischen Wieze ist geschlossen und wird derzeit desinfiziert.

(Foto: IMAGO/Belga)

Gerade hat Ferrero einen Skandal um vertuschte Salmonellen hinter sich, da rückt die belgische Lebensmittelaufsicht erneut aus: Diesmal finden sich die Durchfall-Keime bei dem Schweizer Schokoladen-Großhändler Barry Callebaut. Auch deutsche Kunden könnten betroffen sein.

Der Schokoladenhersteller Barry Callebaut hat in einem Werk in Wieze in Belgien Salmonellen festgestellt. Die Produktion wurde eingestellt und die Auslieferung unterbrochen, wie das Schweizer Unternehmen mitteilte. Das Unternehmen ist ein weltweit führender Anbieter von Schokolade- und Kakaoprodukten. Sie werden an Gewerbekunden zur Weiterverarbeitung geliefert, deshalb ist die Marke "Barry Callebaut" weniger bekannt.

Die Salmonellen-Bakterien, die schweren Durchfall auslösen können, wurden nach Angaben des Unternehmens am Montag im Lecithin nachgewiesen, das in allen Produkten verwendet wird. Die belgische Lebensmittelaufsicht FAVV sei umgehend informiert worden. Das Unternehmen gehe davon aus, dass die wenigen Mengen, die seit Montag ausgeliefert wurden, noch nirgendwo verarbeitet und in den Kundenverkehr gebracht worden sind, sagte Unternehmenssprecher Frank Keidel. Die Abklärungen liefen noch.

Barry Callebaut beliefert etwa Konditoreien, Bäckereien, die Gastronomie oder Getränkehersteller. Das Unternehmen mit über 12.000 Mitarbeitern in mehr als 40 Ländern bezeichnet sich als weltweit führender Hersteller von hochwertigen Schokoladen- und Kakaoprodukten. Das Werk in Wieze beliefert auch deutsche Kunden. Ob von der kontaminierten Schokomasse etwas nach Deutschland geliefert wurde, sagte das Unternehmen nicht. Die Fabrik werde gereinigt und desinfiziert. Das dürfte einige Tage brauchen, sagte Keidel.

Ferrero nach Vertuschungsversuch mit bedingter Zulassung

Nach dem internationalen Rückruf von Schokoladenprodukten der Marke "Kinder" durfte der Süßwarenhersteller Ferrero seine Fabrik im belgischen Arlon Mitte Juni wieder in Betrieb nehmen. Die belgische Aufsichtsbehörde Afsca erteilte dem Unternehmen nach mehreren Kontrollen allerdings nur eine bedingte Zulassung für drei Monate, da man in den nächsten Monaten alle internen Abläufe überprüfen wolle, teilte Afsca mit.

Anfang April hatte die Ferrero-Fabrik schließen müssen, nachdem Hunderte Salmonellen-Fälle in Europa mit dort produzierten Süßwaren in Verbindung gebracht worden waren. Später stellte sich zudem heraus, dass Salmonellen bereits im Dezember dort gefunden worden waren, Ferrero die Behörden jedoch zunächst nicht informiert hatte. "Es tut uns wirklich leid, was passiert ist und wir möchten uns noch einmal bei allen Betroffenen entschuldigen", teilte das Unternehmen dazu mit.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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