Panorama

Beute eines Raubzugs? Schatzsucher findet Nazi-Gold

3ql01638.jpg414106856317098330.jpg

Ein Goldfund aus der NS-Zeit gibt den Forschern Rätsel auf.

(Foto: dpa)

Ein Hobby-Schatzsucher macht die Entdeckung seines Lebens. Bei Lüneburg findet er 217 Goldmünzen, die wahrscheinlich in der NS-Zeit verbuddelt wurden. Aber von wem? Die Forscher hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Davon träumt jeder Hobby-Schatzsucher: Florian Bautsch aus Lüneburg hat mit seinem Metalldetektor schon oft historische Gegenstände aufgespürt, doch keiner seiner bisherigen Schätze war so mysteriös. Im Oktober 2014 entdeckte der 31-jährige zertifizierte Sondengänger an einem Feldrand 217 Goldmünzen. "Ich wusste sofort, dass ich auf etwas Besonderes gestoßen bin", beschreibt Bautsch den großen Moment, "mein Detektor hat angeschlagen, und da sah ich schon Goldmünzen. Ich habe zehn gesichert und sofort das Museum Lüneburg informiert. Die Archäologen haben dann den Schatz aus einem Meter Tiefe geborgen." Die Münzen stammen zum Teil noch aus dem 19. Jahrhundert und wurden vermutlich in der NS-Zeit verbuddelt. Aber von wem?

Bei dem Schatz, der jetzt erstmals öffentlich präsentiert wurde, handelt es sich überwiegend um belgische und französische Goldmünzen, auch einige italienische und österreichisch-ungarische sind dabei. Die ältesten Münzen stammen aus dem Jahr 1831, die jüngsten aus dem Jahr 1910. Versteckt wurde der Schatz in zwei Beuteln, die von Teerpappe geschützt und mit Plomben der Berliner Reichsbank versiegelt waren. Deswegen gehen die Forscher davon aus, dass die Münzen während des Zweiten Weltkriegs vergraben wurden.

Wer den Schatz versteckte und warum, ist nach Angaben des niedersächsischen Landesarchäologen Henning Haßmann noch völlig unklar. "Wir versuchen dem Boden Informationen zu entreißen, die noch nicht bekannt sind und müssen nun weiter nach der Herkunft und dem Vergraber suchen", sagte er. Die Forscher hoffen dabei auch auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Gold ist 45.000 Euro wert

Erstaunt sind die Historiker über den Fund, weil alle Münzen trotz unterschiedlicher Prägung in etwa den gleichen Durchmesser von 21 Millimeter und mit ausnahmslos 6,45 Gramm exakt das gleiche Gewicht aufweisen. Das Gesamtgewicht von genau 1400 Gramm lasse vermuten, dass die beiden Geldsäcke zu Lagerzwecken abgelegt gewesen sein könnten, erläuterte der Lüneburger Stadtarchäologe Professor Edgar Ring bei der Präsentation der Fundgegenstände. Die Münzen haben derzeit einen Goldwert von etwa 45.000 Euro.

Landesarchäologe Haßmann ist sich sicher, dass es sich bei den Münzen um Goldbestände der Reichsbank handelt. So sei klar, dass die Teerpappe, in der sich der Schatz befand, in ihrer chemischen Zusammensetzung nur bis 1950 verwendet werden durfte. Entscheidend für die Einordnung des Fundes seien die Plomben des Schatzes, die bei der Grabung gefunden wurden. Sie tragen einen Reichsadler, ein Hakenkreuz und die Prägung "Reichsbank Berlin 244."

Bautsch ist in seiner Freizeit seit etwa zwei Jahren mit einem speziellen Detektor auf Schatzsuche unterwegs ist. Er war von dem Lüneburger Stadtarchäologen gebeten worden, eine auffällige Erhebung am Stadtrand von Lüneburg zu durchsuchen. Als Belohnung für seinen Fund erhielt er 2500 Euro.

Quelle: n-tv.de, dsi/dpa

Mehr zum Thema