Panorama

Video löst Behörden-Kritik aus Schizophrene Frau in China mehrfach verkauft

Das Blaulicht an einem Polizeiauto leuchtet.

Ein Video der gefangenen Frau brachte den Fall ins Rollen.

(Foto: Patrick Pleul/dpa/Symbolbild)

Ein schwerer Fall von Menschenhandel sorgt in China für Empörung. Eine psychisch kranke Frau wird offenbar mehrere Male verkauft und unter grausamen Bedingungen festgehalten. Erst der große öffentliche Druck führt zu Ermittlungen der Behörden. Nun gibt es Festnahmen.

In China schlägt der Fall einer psychisch kranken Frau hohe Wellen, die mehrfach wie eine Ware verkauft und zuletzt angekettet in einer Baracke festgehalten wurde. Die chinesischen Behörden teilten mit, der Mann, der die Frau zuletzt gefangengehalten habe, sowie zwei weitere Verdächtige seien festgenommen worden. Gegen sechs weitere Verdächtige werde wegen Menschenhandels ermittelt. Außerdem seien 17 örtliche Behördenvertreter bestraft worden.

Der Fall beschäftigt die Chinesen schon seit Januar. Damals wurde ein Video der Frau veröffentlicht, das sie mit einer Kette und einem Vorhängeschloss um den Hals in einer Art Scheune in der ostchinesischen Provinz Jiangsu zeigt. Den Provinzbehörden zufolge wurde in der Folge festgestellt, dass die 55 Jahre alte Frau unter Schizophrenie leidet und bereits mehrere Male verkauft wurde, so etwa einmal im Jahr 1998 für 5000 Yuan (rund 700 Euro).

Ursprünglich stammte die Frau den Angaben zufolge aus einem rund 2000 Kilometer entfernten Ort in der südwestlichen Provinz Yunnan. Die Frau ist unter dem Namen "Xiaohuamei" bekannt. Das bedeutet "kleine Pflaumenblüte" und ist wahrscheinlich ein Spitzname. Die Behörden teilten weiter mit, die Frau habe mit ihrem jetzigen Mann insgesamt acht Kinder. Nach ihrer Befreiung werde sie derzeit im Krankenhaus behandelt.

Behörden lehnen Ermittlungen zunächst ab

Örtliche Behördenvertreter hatten zunächst den Verdacht zurückgewiesen, dass die Frau entführt und verkauft worden sei. Weil der Fall in der Öffentlichkeit große Empörung auslöste, wurde aber eine Untersuchung auf höherer Ebene eingeleitet, die den Verdacht bestätigte.

Xiaohuamei lebte demnach ein paar Monate bei einem Mann in Jiangsu, der sie gekauft hatte, und verschwand dann. Später wurde sie von einem Paar aufgenommen, das ein Hotel betrieb. Sie sei dann an zwei andere Menschen verkauft worden, bevor sie in die Familie ihres jetzigen Ehemannes gekommen sei, der die psychisch kranke Frau ankettete.

Der Mann wurde den Behörden zufolge am Dienstag mit zwei anderen Verdächtigen festgenommen, denen Menschenhandel zur Last gelegt wird. Acht örtliche Behördenvertreter mussten in dem Fall ihre Posten räumen, neun weitere seien auf andere Weise bestraft worden.

Im chinesischen Online-Netzwerk Weibo löste der Fall heftige Kritik an den Behörden und Rufe nach einer Kampagne gegen Menschenhandel aus. Chinas Ein-Kind-Politik, die erst 2016 beendet wurde, hat zu einem Mangel an Frauen geführt, da viele Paare lieber einen Jungen als einziges Kind haben. Laut einem Bericht für den US-Kongress trägt das daraus resultierende Geschlechter-Ungleichgewicht zu Menschenhandel in der Volksrepublik bei.

Quelle: ntv.de, mdi/AFP

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