Panorama

"Moderne Sklaverei" Schlepperbande in Großbritannien verurteilt

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Die acht Bandenmitglieder wurden in dem wohl "größten Verfahren wegen moderner Sklaverei" in Großbritannien verurteilt.

(Foto: AP)

Sie locken Hunderte Wohnungslose und Drogenabhängige aus Polen nach Großbritannien. Doch dort wartet kein besseres Leben, sondern Schwerstarbeit und minimaler Lohn. Dafür müssen acht Mitglieder einer polnischen Schlepperbande jetzt ins Gefängnis.

Die britische Justiz hat die Mitglieder einer polnischen Schlepperbande zu Haftstrafen zwischen drei und elf Jahren verurteilt. Die acht Angeklagten wurden wegen Menschenhandels, Geldwäsche und Verschwörung zur Zwangsarbeit schuldig gesprochen, wie die Staatsanwaltschaft nach Abschluss der Prozesse bekanntgab. Die Verurteilten hatten Hunderte Wohnungslose und Drogenabhängige aus Polen nach Großbritannien gebracht, wo diese zu kaum entlohnter Arbeit gezwungen und in schmutzigen Unterkünften ohne ausreichend Nahrung versteckt wurden.

Es handle sich um das "größte Verfahren wegen moderner Sklaverei" in Großbritannien und möglicherweise in der ganzen Europäischen Union, sagte Mark Paul von den britischen Ermittlungsbehörden. Den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge erhielten die verschleppten Frauen und Männer für schwere körperliche Arbeit Billiglöhne von rund zehn Pfund (elf Euro) pro Woche. Die Bande hatte sie mit dem Versprechen eines besseren Lebens nach Großbritannien gelockt.

Das Menschenhändler-Netzwerk war aufgeflogen, nachdem zwei Opfer trotz strenger Überwachung entkamen und bei den Behörden Hilfe suchten. Insgesamt 88 Frauen und Männer meldeten sich im Zuge der Ermittlungen bei der Justiz. Die Behörden gehen jedoch von rund 300 Opfern der polnischen Schlepperbande aus.

Quelle: ntv.de, aeh/AFP