Nach Entführung aus DänemarkZeugin: Block wollte Jugendamt nicht zu Kindern lassen

Im Block-Prozess haben mehrere Zeugen zuletzt sowohl die Mutter als auch den Vater der entführten Kinder belastet. Nun sagt eine persönliche Security-Mitarbeiterin der Familie Block aus, die kurz nach der Entführung das Wohnhaus in Hamburg bewachen sollte.
Im Prozess um die Entführung der Block-Kinder hat eine Security-Frau die Rückkehr der Kinder ins Haus ihrer Mutter geschildert. Block habe zunächst nicht gewollt, dass die Kinder von Mitarbeitern des Jugendamtes und der Polizei in Augenschein genommen werden, sagte die 52 Jahre alte Zeugin. Sie war Anfang Januar 2024 zur Bewachung des Hamburger Wohnhauses der Unternehmerin Christina Block engagiert worden.
"Frau Block hat zuerst geäußert, dass sie das nicht möchte", sagte die Mitarbeiterin einer Security-Firma. "Sie war besorgt, dass die ganze Situation noch zu aufgewühlt ist und sie auch nicht sicher war, ob das für ihre Kinder schon gut ist."
Block als aufgewühlt und angespannt beschrieben
Der damals zehnjährige Sohn und die 13-jährige Tochter Blocks waren laut Anklage in der Silvesternacht 2023/24 von einer israelischen Sicherheitsfirma gewaltsam aus der Obhut ihres Vaters in Dänemark entführt und zunächst nach Süddeutschland gebracht worden. Dort soll Christina Block die Kinder abgeholt und mit ihnen nach Hamburg gefahren worden sein.
Jugendamt und Polizei hätten Block dann aber davon überzeugt, dass es auch in ihrem Interesse sei, die Kinder vom Jugendamt in Augenschein nehmen zu lassen, sagte die Zeugin. "Es sind dann zwei Damen hineingegangen mit Frau Block." Die Unternehmerin habe in diesem Moment "sichtlich aufgewühlt" und "emotional angespannt" gewirkt.
Zeugen belasten Mutter und Vater
Christina Block ist angeklagt, die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder in Auftrag gegeben zu haben. Sie weist die Anschuldigung zurück. Es gibt sechs weitere Angeklagte. Dabei haben sowohl der Chef der israelischen Sicherheitsfirma als auch eine der mutmaßlichen Entführerinnen gegenüber den Ermittlern ausgesagt, im Auftrag gehandelt zu haben.
Der Tat war ein jahrelanger Sorgerechtsstreit zwischen ihr und dem Vater der Kinder, Stephan Hensel, vorausgegangen. Zuletzt hatte auch eine ehemalige Mitarbeiterin des Jugendamtes ausgesagt und Hensel schwer belastet. Sie selbst habe zwar nie mit den Kindern gesprochen, aber die Kommunikation mit dem Vater sei seit 2021 schwer gewesen, sagte sie. Damals waren die Kinder nach einem Wochenendbesuch bei Hensel in Dänemark nicht wie vereinbart nach Hamburg zurückgekehrt.