Panorama

Prozess um angebliche Bluttests Selfmade-Milliardärin bezichtigt Ex-Partner

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Elizabeth Holmes am 22. November vor Gericht.

(Foto: AP)

Die Vorwürfe gegen die gefallene Silicon-Valley-Ikone Holmes wiegen schwer: Die Jungunternehmerin soll mit einem nutzlosen Bluttest Investoren getäuscht haben. Vor Gericht schiebt sie die Schuld auf ihren Ex-Freund und Geschäftspartner. Er soll sie zudem missbraucht und erniedrigt haben.

Die wegen Betrugs vor Gericht stehende frühere US-Unternehmerin Elizabeth Holmes ist nach eigenen Angaben Opfer sexuellen Missbrauchs durch ihren früheren Freund und Geschäftspartner geworden. "Er ist manchmal sehr wütend über mich geworden", sagte die Gründerin des Bluttest-Unternehmens Theranos bei der Anhörung im kalifornischen San José über Ramesh "Sunny" Balwani. "Dann ist er manchmal nach oben in unser Schlafzimmer gekommen und hat mich zum Sex gezwungen, wenn ich nicht wollte."

Der fast 20 Jahre ältere Balwani habe sie immer wieder auch verbal erniedrigt, sagte die heute 37-Jährige. So habe er ihr vorgeworfen, "albern" zu sein. "Sunny sagte, er sei erstaunt über meine Mittelmäßigkeit und habe die Nase voll von mir, dass ich ein Affe sei, der versuche, ein Raumschiff zu fliegen."

Holmes sagte vor Gericht auch, sie habe Balwani, den sie als Geschäftsführer bei Theranos eingestellt hatte, die Leitung des Labors überlassen - und sei schockiert gewesen, als das Labor 2016 bei einer Inspektion durchgefallen sei. In diesem Jahr beendete sie auch ihre Beziehung zu Balwani und tauschte die Unternehmensführung aus. Balwani ließ die Missbrauchsvorwürfe über seinen Anwalt als "obszön und hetzerisch" zurückweisen. Die Vorwürfe würden Balwani schwerwiegend beleidigen.

Langjährige Haftstrafe droht

Die Staatsanwaltschaft wirft Holmes vor, Investoren, Ärzte und Patienten mit dem Versprechen einer revolutionären Technologie für schnelle und kostengünstige Bluttests vorsätzlich getäuscht zu haben. Bei einer Verurteilung wegen Betrugs und Verschwörung zum Betrug droht ihr eine langjährige Haftstrafe. Balwani soll in einem getrennten Verfahren der Prozess gemacht werden.

Holmes weist die Betrugsvorwürfe zurück und beteuert, sie habe an die Technologie ihres Unternehmens geglaubt. Holmes hatte Theranos 2003 mit nur 19 Jahren gegründet. Die charismatische Jungunternehmerin und Selfmade-Milliardärin wurde jahrelang als Silicon-Valley-Pionierin gefeiert und konnte prominente Unterstützer wie Ex-Außenminister Henry Kissinger gewinnen. Später wurde klar, dass ihre Bluttest-Geräte gar nicht funktionieren. Der Betrugsprozess gegen Holmes begann im September.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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