Panorama

Erreger für den Menschen tödlich Seltener Fall von Fledermaustollwut in NRW

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Im vergangenen Jahr waren bundesweit vier Tollwut-Fälle registriert worden.

(Foto: Andreas Arnold/dpa)

In einer Fledermaus-Auffangstation der Stadt Minden fällt ein geschwächtes Tier auf. Bei einer Untersuchung diagnostizieren Experten Tollwut. Die Virus-Erkrankung ist in Deutschland selten, stellt aber auch für Menschen eine Gefahr dar.

Die seltene Fledermaustollwut ist bei einem Tier im nordrhein-westfälischen Minden nachgewiesen worden. Da es sich aggressiv verhalten hatte, war es eingeschläfert und zur Untersuchung nach Hannover verschickt worden, wie das Veterinäramt im Kreis Minden-Lübbecke mitteilte. Die Experten des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) wiesen den sehr seltenen Tollwut-Erreger nach. Die Fledermaus war zuvor geschwächt in eine Auffangstation gebracht worden.

Fledermäuse sollten grundsätzlich nicht ohne feste Lederhandschuhe berührt werden, warnte der Kreis. Tollwutinfektionen seien für Menschen gefährlich, Bissverletzungen müssten unbedingt verhindert werden. Wer eine tote Fledermaus finde, solle sich sofort mit dem Veterinäramt in Verbindung setzen.

Tollwut wird durch ein Virus verursacht, dass sich im zentralen Nervensystem vermehrt. Die Inkubationszeit beträgt drei bis acht Wochen. Nicht jeder Biss durch ein erkranktes Tier führt auch zur Infektion des Menschen. Der Ausbruch der Krankheit kann durch eine Impfung innerhalb von vier Tagen nach der Übertragung verhindert werden. Kommt die Krankheit jedoch zum Ausbruch, endet sie immer tödlich.

In Deutschland gilt die Fuchspopulation seit 2008 als frei von Tollwutviren. Bei Fledermäusen kommt ein eng damit verwandtes Virus vereinzelt jedoch noch vor. Im vergangenen Jahr waren bundesweit vier Fälle, 2019 neun Fälle registriert worden. Zuletzt war die Tollwut in NRW bei einer Fledermaus im Herbst 2020 belegt worden - im Kreis Lippe.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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