Panorama

R-Wert nicht allein entscheidend Spahn hält an Lockerungen fest

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Deutschlandweit bereiten sich derzeit viele Läden und Geschäfte auf die Öffnung vor.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Kampf gegen das Coronavirus setzen Politik und Gesundheitswesen alles daran, die Reproduktionsrate auf einen Wert von unter 1,0 zu drücken. Vorübergehend klappt das, doch zuletzt ist der Trend wieder negativ. Gesundheitsminister Spahn sieht aber noch keinen Grund zur Kursänderung.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält in der Corona-Epidemie trotz einer zuletzt wieder steigenden Reproduktionsrate am Kurs vorsichtiger Lockerungen fest. "Das ist ein wichtiger Faktor, aber auch die absolute Zahl ist wichtig", sagte Spahn bei einem Besuch in Hannover. "Wir haben eine absolute Zahl erreicht, mit der wir besser umgehen können."

Die Reproduktionsrate mit dem Coronavirus, landläufig auch Ansteckungsrate oder R-Wert genannt, war nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Sonntag auf Montag erstmals seit zwei Wochen wieder auf 1,0 gestiegen. Inzwischen ist der Angaben zufolge wieder auf 0,9 gefallen. Laut dieser Schätzung stecken zehn Infizierte im Schnitt nunmehr neun weitere Menschen an. Erklärtes Ziel der Politik und der Experten war es, diese Zahl auf einen Wert von unter 1,0 zu drücken.

Befürchtet wird, dass der Wert durch das allmähliche Hochfahren des öffentlichen Lebens in den nächsten Tagen weiter steigen könnte. Zuletzt hatten erste Schulen für die Prüfungen geöffnet, seit vergangener Woche dürfen kleinere Geschäfte wieder Kunden empfangen. Am 4. Mai sollen weitere Einrichtungen wie Friseursalons folgen, wenn sie die Hygienerichtlinien befolgen.

Kommen gezielte Shutdowns?

Nur zwei Tage später wollen Bund und Länder dann über weitere Lockerungen für die Gastronomie und den Tourismus beraten, dafür gilt die Reproduktionsrate als ein ausschlaggebender Punkt. "Der 6. Mai ist jetzt das Datum, an dem wir gucken, ob und welchen Schritt wir gehen können", sagte Spahn. Von der Videokonferenz der Bundeskanzlerin Angela Merkel sind nach Angaben des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil, der Spahn in Hannover empfangen hatte, aber keine weitreichenden Entscheidungen zu erwarten. "Das zeichnet sich deutlich ab", sagte Weil.

Spahn erwartet außerdem, dass es bei einer regionalen Zunahme von Infektionen vor Ort auch wieder zu strikteren Maßnahmen kommen kann. Bei einem Ausbruchsgeschehen in einer Stadt oder in einem Landkreis könne es "sehr gezielt und zügig vorübergehend wieder einschränkende Maßnahmen im Alltag" geben, "aber eben nicht für das ganze Land", sagte der CDU-Politiker bei einer Pressekonferenz mit Weil.

Quelle: ntv.de, chr/dpa/rts

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