Panorama

Neuer Höchstwert Spanien beklagt 849 Tote an einem Tag

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Auch in Spanien kämpfen die Ärzte um das Leben Hunderter Covid-19-Patienten.

(Foto: AP)

Die Hoffnung, eines der am schwersten vom Coronavirus betroffenen Länder Europas könne den Höhepunkt der Pandemie überschritten haben, erweist sich als verfrüht: In Spanien sterben innerhalb eines Tages 849 Menschen an Covid-19. So viele wie nie zuvor. Hilfe kommt nun auch aus Deutschland.

In Spanien wütet das Coronavirus mit unverminderter Härte weiter. Allein binnen der vergangenen 24 Stunden verzeichnete das Land mit 849 Todesopfern einen neuen Höchstwert. Die Gesamtzahl der Todesfälle stieg damit auf 8189, wie die Regierung mitteilte. Weitere 9222 Menschen infizierten sich neu mit dem Virus. Damit zählt das Land jetzt 94.417 offiziell bestätigte Infektionen.

Am Tag zuvor war die Zahl der neuen Todesfälle in Spanien noch leicht zurückgegangen. Das hatte die Hoffnung geweckt, das Land könnte den Höhepunkt der Pandemie erreicht haben. Die aktuellen Zahlen machen diese Hoffnung nun aber wieder zunichte. Spanien weist nach Italien die weltweit höchste Zahl an Todesopfern durch die Coronavirus-Pandemie auf. Hilfe kommt nun auch aus Deutschland. Die Klinikgruppe Helios hat laut "Süddeutscher Zeitung" fünf Ärzte und eine Pflegekraft nach Madrid geschickt.

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"Im Laufe der Woche werden wahrscheinlich weitere Teams aus ganz Deutschland nach Spanien gehen", sagte die Sprecherin des Fresenius-Unternehmens, zu dem die Helios-Kliniken gehören. Mehr als 200 Freiwillige aus dem Unternehmen hätten sich gemeldet, um in Spanien zu helfen. Die Ärzte und Pfleger würden dort bei der Bekämpfung des Virus helfen, solange sie in Deutschland nicht gebraucht würden.

Fresenius ist in Spanien mit dem Tochterunternehmen Quironsalud der größte private Klinikbetreiber im Land. "Es ist nicht ganz ohne, dahinzugehen - das ist anstrengend, es besteht Ansteckungsgefahr", sagte Fresenius-Vorstandsmitglied Francesco De Meo der Zeitung. Die Zahl der Freiwilligen sei überwältigend. "Aber natürlich müssen wir hier mit Maß und Ziel vorgehen - wir dürfen nicht Gefahr laufen, zu wenig Personal in Deutschland zu haben, wenn die Zahl der Patienten hier steigt."

Kliniken haben noch reichlich Platz

De Meo warnte zugleich vor einem schlagartigen Anstieg der Fallzahlen in Deutschland. In den deutschen Klinken des Konzerns sei jedoch noch Platz für neue Patienten. Nach Stand vom Montag habe Fresenius in seinen deutschen Kliniken vier Covid-19-Patienten aus Italien aufgenommen. Insgesamt lagen am Montag bundesweit 80 an Covid-19 erkrankte Patienten auf einer Intensivstation der Klinikgruppe, 50 davon mussten beatmet werden.

In der Gruppe gebe es Kliniken, in denen noch kein einziger Covid-19-Patient aufgetaucht sei, obwohl fast die komplette Intensivkapazität vorgehalten werde. "Wir könnten derzeit noch sehr viel mehr Patienten aufnehmen, ohne dass ein einziger deutscher Patient darunter leidet", sagte De Meo. Die Zahl der Intensivbetten soll von 900 auf mindestens 1500 aufgestockt werden. Nach eigenen Angaben ist Helios der größte private Klinikbetreiber in Europa.

Quelle: ntv.de, jug/AFP