Panorama

Flüchtlingshilfe ungebrochen Spendenbereitschaft sinkt leicht

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In Somalia droht eine Hungerkatastrophe.

(Foto: AP)

Die Deutschen haben im vergangenen Jahr weniger gespendet als 2015. Dennoch ist die Hilfsbereitschaft weiter hoch. Dabei kommt der Großteil der Zuwendungen aus einer ganz bestimmten Bevölkerungsgruppe. Und die pflegt noch eine Eigenart.

Nach einem Spendenrekord im Jahr 2015 haben die Deutschen im vergangenen Jahr etwas weniger Geld für gute Zwecke gegeben. Privatleute spendeten laut einer Berechnung im Auftrag des Deutschen Spendenrats rund 5,3 Milliarden Euro zugunsten kirchlicher und gemeinnütziger Organisationen. Das sei immer noch das zweitbeste Ergebnis der vergangenen zehn Jahre, hieß es. Das Engagement für Flüchtlinge in Deutschland und international ist nach Ansicht des Spendenrats ungebrochen.

2015 waren auch wegen großer Katastrophen wie dem Erdbeben in Nepal 5,5 Milliarden Euro an Spenden zusammengekommen. Das vergangene Jahr blieb hingegen aus Sicht des Spendenrats ohne allzu große derartige Ereignisse, die oft auch wegen ihrer Präsenz in den Medien große Hilfsbereitschaft auslösen. Der Spendenrat ist ein gemeinnütziger Dachverband, der 65 spendensammelnde Organisationen umfasst.

Neben im Schnitt geringeren Spendenbeträgen ging den Angaben zufolge auch die Zahl der Spender zurück. 22,1 Millionen Deutsche spendeten, das waren etwa 600.000 Menschen weniger als im Jahr zuvor. Das größte Minus im Vergleich zum Vorjahr mit insgesamt 349 Millionen Euro müssen vor allem jene Organisationen verkraften, die humanitäre Hilfe leisten.

Zuwachs für Einrichtungen aus Umwelt- und Naturschutz

Sie bekommen mit rund 77 Prozent des Spendenaufkommens aber immer noch den Löwenanteil der Gelder. Zuwächse verbuchten demnach Einrichtungen aus Umwelt- und Naturschutz - dieses Plus fiel mit 13 Millionen Euro relativ klein aus. Für Flüchtlinge engagierten sich nach eigenen Angaben 47 Prozent der Deutschen - vor allem mit Sachspenden.

Unabhängig vom Zweck zeigen sich die Deutschen in der Zeit vor Weihnachten besonders großzügig: Inzwischen entfällt knapp ein Viertel des Spendenaufkommens auf den Dezember. Dieses Monatsergebnis sei Rekord, hieß es.

Eine besonders aktive Spender-Gruppe sind laut Untersuchung Menschen über 70. Sie haben einen Anteil von 40 Prozent am Spendenaufkommen. So erklärt sich auch, warum persönlich adressierte Briefe für rund 22 Prozent der Einnahmen sorgen. Zum Vergleich: Aufgeschlüsselt nach dem Spendenanstoß gehen auf das Internet gerade einmal 2,3 Prozent der Einnahmen zurück.

Die "Bilanz des Helfens" wurde von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erstellt und beruht auf monatlichen Selbstauskünften von 10.000 Deutschen ab zehn Jahren.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

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