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Berichterstattung der "Bild" Springer muss Kachelmann entschädigen

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"Damit ist für mich die juristische Aufarbeitung von 2010/2011 beendet", twitterte Jörg Kachelmann.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mit ihrer Berichterstattung hat die "Bild"-Zeitung die Persönlichkeitsrechte des Wetterexperten Kachelmann verletzt. Ein entsprechendes Urteil bestätigt der Bundesgerichtshof. Das Springer-Medienhaus muss dem 60-Jährigen Hunderttausende Euro zahlen.

Das Medienhaus Axel Springer ("Bild") muss dem Wetterunternehmer Jörg Kachelmann dem NDR-Magazin "Zapp" zufolge erneut Schmerzensgeld zahlen. Der Bundesgerichtshof (BGH) wies demnach mit Beschluss vom 23. Juli eine Beschwerde des Unternehmens zurück. Springer teilte dem NDR und auch der dpa mit, man nehme die Entscheidung der Karlsruher Richter mit Bedauern zur Kenntnis.

Springer hatte beanstandet, dass eine Revision gegen ein Urteil des Oberlandesgerichts Köln aus dem Jahr 2016 nicht zugelassen wurde. "Soweit unsere Nichtzulassungsbeschwerde zurückgewiesen wurde, halten wir die Entscheidung für falsch und der Bedeutung der grundrechtlich geschützten Berichterstattungsfreiheit nicht angemessen. Deshalb prüfen wir die Möglichkeit einer Verfassungsbeschwerde", teilte der Konzern weiter mit.

Kachelmann war 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden. In der Berichterstattung über seinen Prozess hatte die "Bild"-Zeitung nach Ansicht der Kölner Richter in ihrer gedruckten Ausgabe sowie online Kachelmanns Persönlichkeitsrecht wiederholt schwer verletzt.

Zu konkreten Geldsummen äußerte sich Springer nicht. Das Urteil wird laut "Zapp" nun rechtskräftig und eine Entschädigung in Höhe von rund 235.000 Euro fällig, inklusive Schadenersatz und Zinsen seit August 2010. Es handelt sich dabei um den Teil, der die Berichterstattung bei "Bild.de" betrifft.

"Es ging um Genugtuung"

Eine Nichtzulassungsbeschwerde im Zusammenhang mit der Print-Ausgabe der "Bild" wurde beim BGH bereits im April dieses Jahres abgelehnt. Damals musste das Medienhaus laut NDR an Kachelmann rund 295.000 Euro inklusive Zinsen zahlen.

Nach dem aktuellen Richterspruch beläuft sich die Schmerzensgeldsumme für den Wettermoderator insgesamt auf rund 530.000 Euro. Allein hinsichtlich der Rechtsverletzung durch ein Foto vor der Strafverteidigerkanzlei ließ der BGH die Revision zu.

Kachelmann schrieb auf Twitter: "Damit ist für mich die juristische Aufarbeitung von 2010/2011 beendet." Seinen Anwalt Ralf Höcker zitierte der NDR mit den Worten: "Es ging uns nicht um einen Schmerzensgeldrekord, sondern um Genugtuung für unzählige Lügen, Vorverurteilungen und Verletzungen der Intim- und Privatsphäre unseres Mandanten."

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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