Panorama

Unwetterwarnungen für Bayern Starker Schneefall sorgt für etliche Unfälle

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Die Räumdienste in Bayern haben wegen des starken Schneefalls viel zu tun.

dpa

Heftiger Schneefall lässt in den Bergen die Lawinengefahr steigen. Im Flachland beeinträchtigt er den Verkehr. Aus Bayern und Baden-Württemberg werden Dutzende Unfälle gemeldet, dabei stirbt ein Mann. Reisende müssen sich auf Behinderungen und Ausfälle einstellen.

Heftiger Schnee hat vor allem den südlichen Teil Bayerns sowie Österreich in eine Winterlandschaft verwandelt. Für die Alpen und den Alpenrand galt eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Bäume könnten unter der Schneelast zusammenbrechen, hieß es. Außerdem sei mit Behinderungen auf Straßen und Schienen zu rechnen.

Am Münchner Airport fielen mindestens 120 Flüge aus. Eine Sprecherin schloss nicht aus, dass die Zahl noch weiter steigt. Zudem gab es starke Verspätungen. Etwa 850 Starts und Landungen wären eigentlich vorgesehen gewesen. Zu Flugausfällen kam es auch in Österreich.

Aus Bayern und Baden-Württemberg wurden Dutzende Unfälle gemeldet. "Wir haben bisher rund 25 Unfälle wegen glatter Straßen", sagte eine Sprecherin der Polizei Oberbayern Süd. Bei einem Unfall in der Nähe von Bad Tölz kam ein 19 Jahre alter Mann ums Leben. Zwei weitere Menschen seien schwer verletzt und ein Mensch leicht verletzt worden, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit. Demnach geriet ein 23-Jähriger mit seinem Auto auf der Bundesstraße B472 bei Schneefall ins Schleudern. Er sei in den Gegenverkehr geraten und frontal mit einem entgegen kommenden Auto zusammengestoßen.

In Oberfranken rutschten auf der schneeglatten A9 mehrere Lastwagen in die Leitplanke. Zeitweise ging es auf verschneiten Straßen nur im Schritttempo voran. In Baden-Württemberg rutschte auf der A81 bei Villingen-Schwenningen ein Lastwagen in die Leitplanke. Der Lkw kam quer auf der Autobahn zum Stehen. Nach ersten Angaben wurde der Fahrer leicht verletzt. In Aalen kam ein Mann von der schneebedeckten Fahrbahn ab und blieb mit seinem Auto auf dem Dach liegen. Der 42-Jährige zog sich leichte Verletzungen zu.

In Rheinland-Pfalz rutschte ein Lastwagen, der nur mit Sommerreifen ausgerüstet war, in die Leitplanken. Bei dem Unfall auf der A6 in der Nähe von Kaiserslautern blieb es bei einem Blechschaden.

"Null Sicht und hohe Lawinenaktivität"

In österreichischen Bergregionen wurden einige Straßen wegen Lawinengefahr gesperrt. Darunter war auch das Sölktal in der Steiermark, wo 600 Bewohner und Touristen festsaßen. Der Lawinenwarndienst im Bundesland Salzburg warnte eindringlich vor Skifahren abseits gesicherter Pisten: "Teils enorme Einsinktiefen, null Sicht und hohe Lawinenaktivität", hieß es auf seiner Website. Das Schlechtwetter fiel ausgerechnet auf das Rückreise-Wochenende, an dem viele deutsche Urlauber aus Tiroler und Salzburger Skigebieten heimkehrten.

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Im sächsischen Altenberg kommt der Neuschnee den Wintersportlern gelegen.

(Foto: dpa)

Die Bahn in Bayern meldete zunächst keine größeren Störungen. "Insgesamt läuft der Verkehr stabil", sagte ein Sprecher. Auf ihrer Internetseite rief die Deutsche Bahn ihre Fahrgäste auf, sich vor Reiseantritt über ihre Verbindungen zu informieren. Insbesondere ab München nach Österreich, Italien und in die Schweiz könne es zu Verspätungen kommen. "Auswirkungen auf den Fernverkehr auch über die betroffenen Regionen hinaus sind nicht ausgeschlossen", hieß es.

Im Bayerischen Wald stellte die private Waldbahn wegen starken Schneefalls vorläufig ihren Betrieb ein. "Etliche Bäume sind unter der Schneelast zusammengebrochen und blockieren die Schienen", teilte ein Sprecher mit. Wegen schneeglatter Straßen könnten auf den Verbindungen rund um Zwiesel auch keine Ersatzbusse fahren.

Neuschnee bis zu zwei Meter

Laut n-tv Meteorologe Björn Alexander sind im Alpenraum bis zum Montag zum Teil Neuschneemengen bis an die zwei Meter sowie Schneeverwehungen möglich. Damit steige die Lawinengefahr deutlich an, warnt Alexander. Auf den Straßen der Region drohen mitunter chaotische Verhältnisse. Aber auch in höheren Lagen der Mittelgebirge soll es ausgiebig schneien. In Sachsen tummelten sich bereits Wintersportler etwa in Altenberg im Osterzgebirge, auch wenn der Schnee eher nass war.

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Die heiligen drei Könige lassen sich durch ein bisschen Schnee nicht aufhalten - auch nicht zu viert.

(Foto: dpa)

Im dichten Schneetreiben waren mancherorts Sternsinger unterwegs. Bei dem katholischen Brauch ziehen Kinder als Heilige Drei Könige gekleidet von Haustür zu Haustür, um Spenden für soziale Projekte zu sammeln. Dieses Jahr geht der Erlös hauptsächlich an behinderte Kinder in Peru.

In der Nacht zum Samstag hatten starke Schneefälle auch weite Teile Nord- und Mittelgriechenlands in eine Winterlandschaft verwandelt und erhebliche Verkehrsprobleme verursacht. Wie das Staatsfernsehen (ERT) berichtete, konnten Räumfahrzeuge nur mühsam die Fahrbahn der wichtigen Nord-Süd-Verkehrsachse frei halten. Sie verbindet die Hafenstadt Thessaloniki mit Athen. Im Flughafen von Thessaloniki harrten Hunderte Menschen die Nacht über aus, weil viele Flüge ausgefallen waren.

Quelle: n-tv.de, mli/mbo/dpa

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