Panorama

Wintersturm sorgt für Chaos "Stella" legt New Yorks Alltag lahm

Der Schneesturm "Stella" versetzt mehrere Bundesstaaten im Nordosten der USA in den Ausnahmezustand - Schulen und Behörden bleiben geschlossen, Flüge fallen aus. Inzwischen entspannt sich die Lage wieder etwas.

Wintereinbruch mitten im März: Der Sturm "Stella" hat eisigen Wind und starken Schneefall in den Nordosten der USA gebracht. Der Sturm, der Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Verschiebung ihres Besuchs bei US-Präsident Donald Trump zwang, sorgte in der Region zwischen Maine und West Virginia für Stillstand. Schulen blieben geschlossen, Tausende Flüge wurden gestrichen und sogar die Vereinten Nationen in New York schlossen ihre Pforten.

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Wintersturm "Stella" über Manhattan.

(Foto: imago/Pacific Press Agency)

Der nationale Wetterdienst (NWS) gab eine Wintersturmwarnung für ein Gebiet vom östlichen West Virginia bis zum Bundesstaat Maine im Nordosten der USA aus sowie eine Schneesturmwarnung für ein Gebiet vom östlichen Pennsylvania bis ins südwestliche Maine. Von der Blizzard-Warnung war auch die Metropole New York betroffen.

Nach Tagesanbruch gab es jedoch schon Entwarnung: Der NWS zog seine Schneesturmwarnung für New York zurück. Arbeiter schaufelten auf dem Times Square die Schneemassen weg. Der Meteorologe Joe Pollina sagte, es werde mit 10 bis 15 Zentimetern Schnee in weiten Teilen von New York City gerechnet, in einem Teil von New Jersey möglicherweise mit 30 Zentimetern. "Es ist nicht mehr der schlimmste Sturm der Saison in New York", sagte Pollina.

Zuvor war mit weit größeren Schneemassen gerechnet worden: New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio rief für die 8,4-Millionen-Einwohner-Metropole den Notstand aus und sagte, es könnten bis zu 60 Zentimeter Schnee fallen. Im vergangenen Jahr hatte New York seinen bislang schlimmsten Schneesturm erlebt: Binnen 24 Stunden waren fast 70 Zentimeter Schnee niedergegangen. Bei dem Unwetter starben damals in der Region 18 Menschen.

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Schneepflug in New York.

(Foto: imago/UPI Photo)

"Stella" wirbelte aber den Verkehr ordentlich durcheinander: Von Montag bis kommenden Mittwoch wurden insgesamt mehr als 7800 Flüge gestrichen. Betroffen waren vor allem die Flughäfen von New York, Boston, Baltimore, Washington und Philadelphia, wie der Flugbeobachtungsdienst FlightAware mitteilte. Wegen des Sturms war am vergangenen Montagabend kurz vor Merkels Abflug nach Washington das erste Treffen der Kanzlerin mit Trump verschoben worden.

Sturm belastet Mensch und Natur

Das öffentliche Leben stand weitgehend still. Die Schulen in New York sowie in Teilen der Bundesstaaten Connecticut, Massachusetts, Rhode Island und Virgina blieben geschlossen. Die UNO gab bekannt, ihr Hauptquartier in New York geschlossen zu lassen - davon betroffen waren auch tausende Delegierte einer Frauenkonferenz. Die Händler der Wall Street wollten von zu Hause aus arbeiten.

Der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, sagte im Sender CNN, 5000 Schneepflüge und 2000 Nationalgardisten seien im Einsatz. Die New Yorker Flughäfen John F. Kennedy und La Guardia sowie die Behörden und Schulen seien geschlossen. "Es gibt keinen wirklichen Grund, auf der Straße zu sein", sagte Cuomo. Schneematsch und Eis bedeckten auch die Straßen der US-Hauptstadt Washington. Mitarbeiter von Bundesbehörden durften dort mit dreistündiger Verspätung zur Arbeit erscheinen.

Der Wintereinbruch machte auch den Pflanzen zu schaffen: Nach Behördenangaben waren in Washington 90 Prozent der berühmten japanischen Kirschblüte durch die Kälte bedroht. "Sorge bereitet uns nicht so sehr der Schnee, sondern die Temperatur, die Blüten sind schon so weit", sagte ein Sprecher der Nationalen Parkbehörde, Mike Litterst. Die rosafarbenen Blüten der japanischen Kirschbäume in Washingtons Tidal Basin locken jedes Jahr zahlreiche Menschen an.

Quelle: ntv.de, vni/AFP